Marktführer hat nach wie vor die Nase vorn
Intel und AMD setzen auf Geschwindigkeit

Im vergangenen Jahr hat auch Intel, der weltweit größte Hersteller von so genannten Central-Processor-Units (CPU), die Konsequenzen einer deutlich zurückhaltenderen PC-Nachfrage zu spüren bekommen. Und dies, obwohl die Chip-Schmiede aus Santa Clara nach wie vor auf den Rausch der Geschwindigkeit gesetzt und auch 2001 den PC-Nutzgern immer schneller getaktete CPU präsentiert hat.

vwd FRANKFURT. Allerdings haben die hochgezüchteten Rechner-Herzen nicht zu der erhofften Absatz-Belebung geführt. Selbst die Einführung der traditionell immer leistungshungriger als die Vorgängervariante daherkommenden Windows-Version XP scheint bis auf einen zeitlich begrenzten Effekt im vierten Quartal bezüglich des Nachfrageeffekts weitgehend verpufft.

Dabei hat Intel im Taktfrequenzrennen mit dem Erzrivalen AMD nach wie vor die Nase vorn. Derzeitiges Spitzenmodell im Intel-Arsenal ist ein mit 2,2 GHz getakteter Pentium 4, der wegen der platzsparenden Strukturbreiten von nunmehr lediglich noch 0,13 Mikron über einen Level-2-Cache von 512 KB verfügt. Flaggschiff bei AMD ist der mit 1,66 GHz arbeitende Athlon XP 2000+, der mit einem Level-2-Cache von 256 KB ausgestattet ist. Mit der Modellnummer will AMD allerdings aussagen, dass der nominell der Taktrate der Intel-CPU unterlegene Prozessor trotzdem mit einem 2-GHz-Pentium 4 Schritt halten kann.

Dies belegen dann zwar auch tatsächlich Benchmark-Tests wie etwa Sysmark 2000, ins Hintertreffen gerät die AMD-CPU allerdings bei Programmen, die für Intels SSE2-Befehlssatz optimiert sind. Dieses Manko will AMD nach eigenem Bekunden allerdings bei seinen zukünftigen Modellen beseitigen, die dann ebenfalls den Multimedia-Befehlssatz unterstützen sollen.

Davon abgesehen bleibt allerdings die Frage, wieviel Leistung ein PC überhaupt benötigt. Denn bereits jetzt entsprechen die Fähigkeiten der Chips in aktuellen Rechnern denen ganzer Rechenzentren der 60-er und 70-er Jahre. Als Konsequenz der überreichlichen Kapazität waretet eine CPU bei Standard-Anwendungen wie etwa Office-Applikationen heute die meiste Zeit ihres Daseins auf Eingaben des Benutzers. Davon allerdings zeigt sich Intel vergleichsweise unberührt und hält weiterhin an ihrer so genannten Roadmap bis zum Jahr 2010 fest.

Demnach rechnet der Konzern weiterhin alle zwei Jahre mit einem Technologiesprung. Für das Jahr 2002 ist der Übergang zu Prozessoren mit Strukturbreiten von 0,09 Mikron terminiert, für 2010 der zu CPU mit 0,03 Mikron. Bereits in diesem Jahr soll ein Prozessor mit 2,5 GHz auf den Markt kommen.

Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf weiterhin steigende Leistungsanforderungen der Software. Solch rechenintensive Anwendungen könnten etwa in der Sprach- oder Gestenerkennung durch den PC liegen. Bis zur Serienreife solcher Software ist der Weg jedoch noch weit. Und Privatanwender werden bis dahin wohl weniger oft dem Rausch der Geschwindigkeit und der Magie der Taktfrequenz erliegen.

Vielmehr werden sie sich sehr genau überlegen, ob für ihre Bedürfnisse nicht eine langsamere Intel-CPU oder ein preiswerteres AMD-Modell genügt. Und auch vielen Unternehmen dürften solche Gedankengänge angesichts der schwachen Konjunkturlage nicht gänzlich fremd sein.

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