Marktlage bleibt weiterhin schwierig
Julius Bär erzielt weniger Gewinn

Die verwalteten Vermögen lagen Ende Juni bei 117 Mrd. Franken und damit um 8 Prozent tiefer als zu Jahresende 2001, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Semesterergebnis lag damit am unteren Ende der Erwartungen.

Reuters ZÜRICH. Die verwalteten Vermögen lagen Ende Juni bei 117 Mrd. sfr und waren damit acht Prozent tiefer als zum Jahresende 2001, teilte die Bank heute mit.

Der Ausblick war allerdings gedämpft. Bär rechnet mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen. Schon das Erreichen des im ersten Semester erzielten Ergebnisses auch in der zweiten Jahreshälfte schätzt die Bank als schwierig ein. "Es ist eine grosse Herausforderung die Ergebnisse des ersten Halbjahres im zweiten zu wiederholen," sagte Konzernchef Walter Knabenhans.

Bär will deswegen, obwohl die bisherigen Sparbemühungen erfolgreich waren, zusätzlich Kosten sparen. Der Betriebsaufwand - ohne Boni - soll innerhalb Jahresfrist um weitere zehn Prozent gesenkt werden. Eine Überprüfung der Profitabilität einzelner Geschäftsfelder und Standorte sowie eine weitere Anpassung des Personalbestandes werde unumgänglich sein, hiess es.

Die Börse reagierte auf den Semesterabschluss positiv. Die Bär-Aktien stiegen zeitweise über zehn Prozent und notierten gegen 13.00 Uhr um neun Prozent fester bei 356,50 sfr. Der Gesamtmarkt war 0,9 % leichter und der DJ Stoxx-Banking-Index tendierte ein Prozent höher.

Auch Analysten hatten für Bär im Durchschnitt einen 14 % niedrigeren Halbjahresgewinn prognostiziert. Bei den verwalteten Vermögen war allerdings ein etwas geringerer Rückgang von sechs Prozent geschätzt worden.

Zu den betreuten Kundenvermögen von 117 Mrd. sfr trug das Private Banking mit 61 Mrd. sfr gut die Hälfte bei. Laut Bär stand einem Netto-Neugeldzufluss von zwei Mrd. sfr ein marktbedingter Vermögensrückgang in Höhe von zwölf Mrd. sfr gegenüber.

Als stärkster Ertragspfeiler erwies sich laut Bär das Private Banking. Zum 19 % niedrigeren Netto-Betriebsertrag der Gruppe von 615 Mill. sfr trug der Bereich 256 (Vorjahresperiode 279) Mill. sfr oder 42 % und damit den grössten Teil bei. In den Bereichen Institutionelle Vermögensverwaltung mit 82 (109) Milli. sfr und Anlagefonds mit 61 (85) Mill. sfr reduzierten sich die Erträge um rund einen Viertel.

Aufgrund des tieferen Zinsniveaus verringerte sich der Erfolg aus dem Zinsgeschäft um 14 % auf 82 Mill. sfr. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, der mit 73 % nach wie vor den grössten Anteil am Netto-Betriebsertrag hat, ging insgesamt um 21 % auf 449 Mill. sfr zurück. Im Handelsgeschäft steigerte Bär bei sehr unterschiedlichem Geschäftsverlauf der einzelnen Bereiche den Erfolg um vier Prozent auf 66 Mill. sfr.

Für die Analysten lag der Halbjahresausweis von Bär überwiegend in den Erwartungen. Die Bank Sarasin verwies darauf, dass sich die Schweizer Privatbanken nach wie vor einem negativen Trend gegenüber sehen, der zu geringeren Wachstumsraten und Druck auf die Gewinnmargen führen werde. Bär werde deshalb trotz der historisch gesehen nicht hohen Bewertung weiter mit "neutral" eingestuft.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigte sich vor allem vom Zins- sowie Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft enttäuscht. Obwohl nach dem überdurchschnittlichen Kursrückgang in den letzten Monaten die Bewertung wieder fair sei und die Bär-Aktien kurzfristig wieder attraktiv erscheinen, blieben der Ausblick und die Unsicherheit gross, hieß es. Die ZKB stuft Bär weiter mit "untergewichten" ein.

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