Marktmonitor
Drei Streifen auf der Überholspur

Das Plus von rund fünf Prozent beim Sportartikel-Giganten Adidas kommt heute Vormittag doch etwas überraschend. Fielen doch in den vergangenen Wochen die Meldungen und Einschätzungen über die Perspektiven der Aktie alles andere als positiv aus.
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FRANKFURT. Dauerprobleme mit Reebok und der Dauerläufer in den Analystenbewertungen, dass 2009 ein Jahr ohne sportliches Großereignis wie Fußball-WM oder Olympia ist, weshalb erst nächstes Jahr wieder besonders viele Leibchen und Sportschuhe verkauft werden. Als ob dazwischen die Mehrzahl der Kunden keinen Sport betreiben würde!

Die Analysten von HSBC haben die Aktie jetzt allen Unkenrufen zum Trotz hoch gestuft. Sie loben das von Vorstandschef Herbert Hainer angekündigte Sparprogramm von 100 Mio. Euro und zeigen große Zuversicht, dass das auch ein Erfolg werden könnte.

Zumal sich bei Kunden - anders als bei Analysten - längst die Einsicht durchgesetzt hat, dass neben sportlichen Großereignissen noch andere Dinge für ein Unternehmen und dessen Produkte sprechen. Corporate Social Responsiblity, also die soziale Verantwortung als Unternehmer zum Beispiel. Auch kurz CSR genannt. Darauf legen Investoren wie Kunden inzwischen großen Wert. Gerade bei den Sportartikel-Herstellern, die in der Vergangenheit in dem Ruf standen, für möglichst geringes Geld und unter miserablen, oft gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen in Fernost produzieren zu lassen. Gerade hat die Stiftung Warentest nicht nur die Laufschuhe der großen Hersteller getestet, sondern auch deren CSR-Bewusstsein. Überraschenderweise bot Adidas nicht nur die besten Test-Ergebnisse, sondern gewährte ebenso wie Reebok auch Einblick in die Produktion und arbeitete intensiv mit den Warentestern zusammen. Konkurrent Nike winkte da nur ab.

Sportartikel-Hersteller müssen künftig nicht nur ereignisbezogen mit den neuesten Innovationen überzeugen, es bedarf schon etwas mehr, um am Aktienmarkt und beim Kunden zu überzeugen.

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