Marktposition soll ausgebaut werden
Post kann Trans-o-Flex vorerst übernehmen

Das Bundeskartellamt teilte am Donnerstag mit, bis zur endgültigen Entscheidung über das von ihm kritisch gesehene Vorhaben könne der Bonner Konzern die Aufstockung des Anteils von knapp einem Viertel auf hundert Prozent unter strengen Auflagen vollziehen.

vwd DÜSSELDORF. Bedingung sei, dass der Weinheimer Expressversender von der Post bis auf weiteres als eigenständiges Unternehmen geführt werde. Der Abschluss der wettbewerbsrechtlichen Prüfung wird für November erwartet. Die Post will im Falle einer Untersagung durch das Kartellamt vor Gericht gehen.

Es geht um ein Paket von 75,2 Prozent der Bayerischen Landesbank, das die Post kaufen möchte. Das Vorhaben wurde im Juli beim Kartellamt angemeldet, das eine bis zu viermonatige genaue Prüfung ankündigte. Untersucht wird, ob mit der Übernahme eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Das Kartellamt wollte aber mit Rücksicht auf die problematische wirtschaftliche Situation bei Trans-o-Flex, die als sechstgrößter deutscher Paketdienst gilt, nicht bis zur endgültigen Entscheidung warten. Es gab den Zusammenschluss faktisch jetzt schon frei, weil bei einem "zu erwartenden mehrjährigen Rechtsstreit" über die Zulässigkeit der Fusion und daraus resultierender Unsicherheit der Erfolg der Sanierung bei trans-o-flex gefährdet wäre.

Post will Marktposition von Trans-o-Flex ausbauen

Dass sie den Zusammenschluss nun vorerst vollziehen könne, erlaube der Deutsche Post AG, ihre Verantwortung als Mitgesellschafterin des Paketdienstes in vollem Umfang wahrzunehmen und dessen Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Die Post selbst erklärte, man werde sich nun intensiv engagieren, damit Trans-o-Flex seine Marktposition ausbauen, die Ertragslage stärken und die knapp 2.800 Arbeitsplätze sichern könne. Das Expressunternehmen hat mit einem erheblichen Investitionsstau zu kämpfen, weil die Bayerische Landesbank, die ihr Engagement als reine Finanzbeteiligung betrachtet, angeblich nicht zu Investitionen bereit war und ist.

Die Post war im Juli 1997 mit 24,8 Prozent bei dem Weinheimer Unternehmen eingestiegen. Schon dieser Schritt war vom Kartellamt kritisch gesehen worden. Ende Juli meldete der Dax-Konzern dann die geplante Aufstockung bei der Bonner Behörde an. Ein Post-Sprecher bekräftigte, bei einer Ablehnung der Übernahme durch die Wettbewerbshüter werde man vor Gericht ziehen, was eine drei- bis fünfjährige Auseinandersetzung bedeuten könne.

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