Marktreife Mitte 2002
Einigung auf Standard: Durchbruch für Digital-TV

Die großen deutschen Rundfunkveranstalter haben sich auf einen gemeinsamen Standard zum Empfang digitaler Fernsehprogramme geeinigt.

dpa HAMBURG. ARD, ZDF, RTL, die Münchner KirchGruppe und die Landesmedienanstalten forderten in einer gemeinsamen Erklärung nach einem Spitzengespräch in Mainz die Einführung der so genannten Multi Media Home Plattform (MHP), die bis zum 1. Juli 2002 am Markt sein soll. Bereits in den Haushalten bestehende digitale Empfangsgeräte wie die d-box sollen umgerüstet werden können.

Notwendig wird die Einführung des gemeinsamen Standards auch, weil vornehmlich die kostenfreien digitalen Angebote der öffentlich- rechtlichen Sender bislang nur über die kostenpflichtige d-box von Premiere World zu empfangen gewesen ist. ARD und ZDF hatten immer einen "diskriminierungsfreien" Zugang zu digitalen Plattformen gefordert. Die Geräteindustrie wurde von den Programmveranstaltern aufgefordert, rechtzeitig zum Einführungsdatum die Empfänger "zu verbraucherfreundlichen Preisen" im Fachhandel anzubieten.

"Mit der Einigung auf die Multi Media Home Plattform ist für das digitale Fernsehen in Deutschland der entscheidende Durchbruch gelungen", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen am Donnerstag. MHP habe jetzt beste Chancen, sich als europäischer Standard durchzusetzen. "Dies ist eine gute Voraussetzung für das Fernsehen ohne Grenzen", sagte Pleitgen. "RTL hat immer auf einen offenen und diskriminierungsfreien Standard gesetzt", ergänzte RTL- Geschäftsführer Gerhard Zeiler.

2010: Digitaler Empfang für alle

Bis zum Jahre 2010 sollen alle TV-Geräte in Deutschland auf digitalen Empfang umgerüstet sein. Einzelne Geräteanbieter haben bereits den MHP-Standard in ihren Apparaten eingebaut. Der "Kick" ist neben dem Empfang von Bild, Ton und Teletext die Interaktivität. Bei Spielesendungen kann am Bildschirm mitgespielt werden, Werbesendungen verknüpfen sich mit e-commerce, bei Dokumentationen können Hintergründe über die Fernbedienung abgefragt werden.

Die großen Programmanbieter erwarten durch die Einführung des digitalen Standards auch Impulse für die anstehende "Reorganisation" der Kabelnetze. International operierende Firmen wie Callahan und Liberty TV haben für Milliarden-Beträge Kabelnetze der Deutschen Telekom erworben. Durch einen internationalen Standard, so die Programmanbieter, könne einer Regionalisierung des Kabels entgegengewirkt werden. Und kein Programmveranstalter laufe Gefahr, bei der Verbreitung über MHP ausgeschlossen zu werden.

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