Marktteilnehmer hoffen auf Hinweise
Euro-Renten vor Greenspan-Anhörung uneinheitlich

Die europäischen Zinsfutures haben sich am Freitag im Vorfeld einer weiteren Anhörung von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan vor einem Kongressausschuss in engen Spannen uneinheitlich präsentiert.

Reuters FRANKFUTR. Händlern zufolge warten die Marktteilnehmer, ob Greenspan vielleicht doch noch weitergehende Hinweise zum geldpolitischen Kurs der amerikanischen Notenbank (Fed) geben wird. Zudem könnte der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für Februar, der um 16.00 Uhr MEZ erwartet wird, neue Impulse liefern. Stützend auf den Markt hätten sich die weiterhin schwachen Aktienbörsen ausgewirkt. Kaum Auswirkungen hätten dagegen die am Vormittag vorgelegten Konjunkturdaten aus der Euro-Zone gehabt.

Die Aufmerksamkeit richte sich in erster Linie auf die Anhörung Greenspans ab 16.00 Uhr MEZ vor dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses, sagten Händler. Generell gingen die Marktteilnehmer zwar davon aus, dass der Fed-Chef keine neuen Anhaltspunkte für die künftige Politik der Fed liefern werde, doch schlössen sie nicht gänzlich aus, dass er irgend welche neuen Indizien liefern könnte. Bei seiner Rede am Mittwoch hatte Greenspan zwar die Notwendigkeit weiterer Zinssenkungen nach der Ermäßigung im Januar in zwei Schritten um einen vollen Punkt angedeutet, doch keinerklei Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt einer weiteren Zinssenkung gegeben. Am Markt war bis dahin eine baldige erneute Lockerung der Geldpolitik erwartet worden.

Sicherer Anlagehafen

Am Donnerstag habe auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, für Enttäuschung gesorgt, hieß es im Handel. "Das kurze Ende leidet noch immer ein wenig, weil Duisenberg gestern die Zinsen weder gesenkt, noch angedeutet hat, dass er dies bald tun will," sagte ein Frankfurter Händler. Allerdings sollten die schwachen Aktien den Markt weiterhin stützen, fügte er hinzu. Eine Gewinnwarnung des US-Software-Unternehmens Oracle vom Donnerstagabend hatte am Freitag zunächst die Tokioter Börse auf ein 15-Jahrestief absacken lassen und im weiteren Verlauf auch die europäischen Börsen weiter ins Minus gedrückt. Die Renten profitierten somit weiterhin von ihrer Rolle als sicherer Anlagehafen, sagten Händler.

Impulse könnte nach Einschätzung von Analysten am Nachmittag der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für Februar dem Markt liefern. Von Reuters befragte Volkswirte sagten im Durchschnitt einen Anstieg auf 88,1 nach 87,8 Punkten im Januar voraus.

Futures

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 13.45 Uhr MEZ mit einem Tick im Minus bei 109,30 Punkten. Der Bobl-Future legte drei Ticks auf 106,23 Punkte zu. Am kurzen Ende lag der Schatz-Future mit 102,69 Punkten unverändert. Die richtungweisende zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte zur Kasse mit 103,950 nach 103,960 Prozent am Vortag. Gegen 13.45 Uhr MEZ notierte das Papier mit 103,88 Prozent bei einer Rendite von 4,741 Prozent.

Im Kassavergleich büßten die börsennotierten Bundeswertpapiere am Freitag überwiegend an Boden ein. Acht der gehandelten Papiere legten bis zu 0,080 Prozentpunkte zu. 78 Papiere gaben um bis zu 0,2 Prozentpunkte nach. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,73 (4,71) %. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich per saldo Anleihen im Volumen von 120,9 (Vortagesverkäufe 175,1) Millionen Euro. Der Rentenindex Rex verlor 0,09 % auf 112,9590 %.

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