Marktüberblick über Indices, Fonds und 1500 Unternehmen
Online-Transparenz für nachhaltige Investments

Nachhaltige Anlagen, die ethische, ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen, boomen. Zunehmend gilt aber, was auch für herkömmliche Investments zutrifft: der Markt ist unübersichtlich. Damit ist jetzt Schluss, zumindest im deutschsprachigen Raum.

BRÜSSEL. Ab Montag verschafft die vom Institut für Ökologie und Unternehmensführung an der European Business School erstellte Datenbank  www.nachhaltiges-investment.org Investoren, Analysten, Fondsmanagern und Privatanlegern einen Überblick über die 12 Indices, rund 80 Fonds mit einem Anlagevolumen von 2,5 Mrd. Euro sowie 1500 Unternehmen.

"Wir bewerten nicht selber, sondern bieten anderen die Möglichkeit, nach ihren Wertvorstellungen zu investieren", erläuterte Institutsleiter Paschen von Flotow dem Handelsblatt. Die Datenbank erlaubt gezielte Recherchen entsprechend der persönlichen Interessen zu den Märkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Übersichtlich stellt sie die große Vielfalt der unterschiedlichen Konzepte sozialer, ökologischer oder ethischer Bewertung von Unternehmen dar. Dabei geht es sowohl um Anlagepolitik, Methodik, Portfolio und Performance der Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds als auch um die Methodik der Rating-Agenturen und die Profile der Nachhaltigkeits-Aktienindizes. Mehr als achtzig ethische Ausschlusskriterien, wie Rüstung, Kernenergie, Tabak, Glücksspiel und Pornographie, wurden identifiziert.

Die Online-Plattform erfasst zudem 1500 Unternehmen, die in den Fonds und Indices geführt oder als Top-Ten-Investments gehalten werden. "Es gibt keine andere Datenbank, die finanzmarktrelevante und nachhaltigkeitsbezogene Informationen zu Unternehmen in dieser Weise verknüpft", meinte von Flotow.

Da sie verschiedene Abfragemöglichkeiten bietet, kann man selbst prüfen, in welchen Fonds oder Indices Unternehmen sind, die einen interessieren. Indirekt, das heißt in Kenntnis der jeweiligen Kriterien, erschließt sich dann auch, warum sie dort enthalten sind. Überdies gibt die Plattform auch Profile der Riester-Rentenprodukte, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.

Die Datenbank bedeutet einen großen Schritt Richtung Transparenz. "Und Transparenz hilft generell, das Vertrauen in den Aktienmarkt wieder herzustellen", kommentierte Rüdiger von Rosen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Auch Henry Schäfer, Professor an der Universität Stuttgart, sieht in dem neuen Produkt einen Beitrag zur Überwindung der Unübersichtlichkeit der Beurteilungskriterien für Nachhaltigkeit: "Dies ist in Beitrag zum Anlegerschutz." Nicht zuletzt bietet der Online-Service Informationen rund um das Thema "Nachhaltiges Investment", wie aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise, Literaturtipps, Links und Hintergrundinformationen.

Die Plattform wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts erstellt, das unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer, dem Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP steht. Indem das Projekt, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsorientierung von Unternehmen für die Finanzmärkte transparenter gestalte, liefere es "neue Ansatzpunkte, damit die Finanzmärkte zu wirkungsvollen Hebeln für die Initiierung einer nachhaltigen Entwicklung werden können", schreibt Töpfer im Grußwort.

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