Marktumfeld für Umtauschbonds ist günstig
Allianz will Beteiligung an RWE durch Wandelanleihe verringern

Die Allianz nutzt das derzeit gute Umfeld für Wandelanleihen, um einen Teil der Übernahme der Dresdner Bank günstig zu refinanzieren. Gestern begab die Allianz einen so genannten Exchangeable-Bond über 1,2 Mrd. - davon 200 Mill. als Mehrzuteilungsoption - der in RWE-Aktien getauscht werden kann.

cbu/cü/rob MÜNCHEN/FRANKFURT/M. Sollten die Investoren das Wandlungsrecht komplett ausüben, sinkt der Allianz-Anteil an RWE auf 7,7 % von derzeit 11,7 %, erklärte die Allianz. RWE begrüßte die Entscheidung. Wandelanleihen setzen sich aus einem Bond und der Kaufoption auf Aktien zusammen.

Der fünfjährige Bond hat einen Zinsschein von 1,25 %. Die Wandlungsprämie wurde auf 18 % festgelegt. Der Kurs der RWE-Anleihe - der gestern nach der Meldung zeitweise um über 6 % auf 41,50 fiel - muss entsprechend auf gut 50 steigen, damit der Bezug der RWE-Aktien über den Bonds günstiger ist als der Direktkauf.

Damit sichere sich die Allianz einen guten Verkaufspreis für die RWE-Aktien, falls die Investoren ihr Wandlungsrecht ausübten, erklärte Ina De, Managing Director bei JP Morgan. Zuletzt notierte die RWE-Aktie im Juli über 50 . Die Tendenz für Versorgeraktien sei derzeit eher fallend, meint De. Zudem sind Beteiligungsverkäufe ab 2002 steuerfrei. Am RWE-Konkurrenten Eon ist die Allianz mit 10,6 % beteiligt. Auch hier prüft der Versicherer einen Beteiligungsabbau.

Allianz konzentriert sich auf das Kerngeschäft

Die aktuell günstigen Bedingungen für Wandelanleihen - gesunkene Zinsen und steigende Aktienkurse - nutzte gestern auch die Holding Franz Haniel & Co, die eine Umtauschanleihe auf den Pharmagroßhändler Gehe über 250 Mill. emittierte. In den vergangenen Wochen hatten bereits France Télécom, Portugal Telecom und Pinault Printemps Redoute Wandelanleihen über zu 3 Mrd. begeben, die in eigene Aktien wandelbar sind (Convertibles). In diesem Jahr emittierten europäische Unternehmen laut JP Morgan Wandel- und Umtauschanleihen über 34,9 Mrd. $ - das sind mehr als im gesamten Vorjahr.

Die neue Umtauschanleihe der Allianz spiegelt die Bemühungen der Unternehmen wider, sich von Firmenanteilen zu trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Dabei wird eine breite Palette von Möglichkeiten genutzt, die neben den Exchangeables etwa auch Zweitplatzierungen am Aktienmarkt, Börsengänge und Verkäufe an Private Equity Firmen umfasst. Jüngstes Beispiel war der Verkauf der Henkel Chemietochter Cognis an die Kapitalbeteiligungsgesellschaften Premira und Goldman Sachs Capital für rund 2,5 Mrd. .

Besonders aktiv beim Beteiligungsverkauf waren bisher Allianz, die Deutsche Bank, Eon, Preussag und Siemens. Bislang werden die Verkäufe nach Einschätzung der Deutschen Bank vor allem von der Unternehmensstrategie getrieben. Nur wenige Desinvestments beruhten auf der im nächsten Jahr anstehenden Steuerreform. Allianz, Münchener Rück und Deutsche Bank haben nach der Berechnung der Analysten Unternehmensportfolios, deren Wert mehr als 30 % der Marktkapitalisierung beträgt. Die Allianz hat bereits mehrfach zur Finanzierung von Unternehmenskäufen Wandelanleihen aufgelegt und so Industriebeteiligungen abgebaut.

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