Marktumfrage
Erholung im Dax und Nemax steht kurz bevor

Nach den kräftigen Kursverlusten der vergangenen Tage liegen bei den Anlegern die Nerven blank. Die Stimmung ist am Boden, obwohl die Märkte diesen bislang noch nicht gefunden haben. Doch das könnten sich jetzt ändern. Nach Ansicht von technischen Analysten wird der Dax in den kommenden Tagen seine Erholung fortsetzen.

vwd FRANKFURT. Uneins sind sich die Experten lediglich darüber, wie es dann weiter geht. Während Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg davon ausgeht, dass jetzt die Trendwende eingeläutet wird, rechnen seine Kollegen Klaus Tafferner von Concord Effekten und Florian Englert von der Reich AG mit einem erneuten Test der Tiefstände.

Englert geht sogar davon aus, dass der Markt in dieser Abwärtsbewegung neue Lows markieren wird. Beim Neuen Markt erwarten die Analysten auch einen Pull-Back. Dabei sieht Siegert hier ebenfalls den Start der Trendwende, während Tafferner nur wenige Anzeichen für einen solchen Umschwung sieht. Englert erwartet dagegen auch hier in den kommenden Wochen wieder fallende Notierungen.

Nach den Tests der kurzfristigen Unterstützung bei 5 651 Zähler ist im Dax nun ein Pull-Back möglich, so Florian Englert. Langfristig sei dieser Supports jedoch zu schwach, um zu halten. Somit müsse mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden. Der Dax sehe nach dem Bruch der Marke um 5 995 Punkten weiterhin einfach schlecht aus. Zwar könne eine kurze Erholung bis auf maximal 6 200 Zähler laufen, dort verhindere aber der langfristige Abwärtstrendkanal weiter steigende Kurse. Dies wird in den kommenden zwei Wochen auch passieren, so der Analyst. Dann bestehe aber kein weiterer Grund zur Hoffnung.

Der Weg nach Unten ist einfach frei, da es keine signifikanten Unterstützungen mehr bis 5 651 und 5 500 Punkte gebe. Auch die Indikatoren ünterstützten ein solches Szenario. Noch seien diese nicht im absolut überverkauften Bereich. Immerhin hätten diese nach dem Einbruch von 1998 eine deutlich stärker überverkaufte Lage gezeigt. Daneben verhindere ein Bollwerk von Widerständen auch mögliche stärkere Kursanstiege nach oben. Anleger sollten daher die Erholung in den kommenden Wochen dazu nutzen, um Positionen glattzustellen, so Englert weiter.

Neue Tiefs nicht ausgeschlossen

Auch Klaus Tafferner rechnet mit einer technischen Reaktion im Dax. Diese dürfte bis zum vierten April andauern und den Index bis auf 6 200 Zähler oder sogar bis zum Fibonacci-Widerstand bei 6 340 Punkten führen. Anschließend jedoch könnten die Tiefs noch einmal getestet werden. Nach der Elliott-Theorie fehle noch eine Welle, obwohl die Welle von Anfang Januar bereits im Zielkorridor angekommen sei. Neue Tiefs seien daher nicht gänzlich ausgeschlossen, aber die Wahrscheinlichkeit sei sehr gering, da die Stimmung extrem negativ sei, so der Analyst.

Zwar seien die Indikatoren überverkauft und der RSI zeige positive Divergenzen. Da der MACD jedoch noch keine positiven Aussagen liefere, dürfe noch nicht mit einer generellen Trendwende gerechnet werden. Martin Siegert führt die deutlichen Anzeichen für eine Bodenbildung im Dax auf die bullishen Divergenzen im RSI zurück. Somit habe das Tief vom 19. März den Boden dargestellt. Jetzt könnten wir sehr schnell ein Rebreak der Marke um 5 833 Punkte und dann ein Überwinden des Widerstandes bei 5 912/22 Zählern sehen, so der Analyst weiter. Sollte dieses schnell geschehen, werde die Situation weiter verbessert, da der Markt in den alten Trend zurückkehre und sich die Verluste als Bärenfalle heraustellten.

Dann werde auch die Dynamik deutlich zunehmen, da im RSI der Abwärtstrend gebrochen werde. Bei einem Sprung über 5 922 Punkte könnten so sehr schnell die 6 200 Punkte erreicht werden, meint Siegert. Bei Einzeltiteln erschienen derzeit VW, Commerzbank und Schering interessant, so Siegert weiter. Florian Englert hält Dresdner Bank für aussichtsreich, da ein Sprung in den langfristigen Aufwärstrend bei rund 47 Euro möglich scheine. Den gesamte Banken-Sektor empfiehlt dagegen Klaus Tafferner zum Kauf. Die positive Indikatorenlage gerade bei Deutsche Bank deute neue Alltimehighs an. Aber auch Commerzbank könnten den langfristigen Abwärstrend bei 31 Euro überwinden und auf 33 Euro laufen. Dann werde die Situation noch interessanter, da sich eine W-Formation herausgebildet habe.

Kursrutsch am Neuen Markt sollte beendet sein

Beim Nemax-50 sei kein signifikanter Boden zu erkennen, so dass ein Fall auf ein Niveau von 1 266 bis 1 350 Zähler realistisch werde, meint Florian Englert. Dort allerdings sollte der Kursrutsch beendet sein. Ein Pull-Back wie beim Dax ist den weiteren Angaben zufolge nur möglich, wenn sich auch der Nasdaq erholen kann. Dies könne kurzfristig jedoch geschehen, da der Support bei 1 892 Zählern im Nasdaq-Composit gehalten habe. Somit sei eine Erholung bis auf 2 100 Punkte denkbar. Aber auch hier ist dann mit weiteren Verlusten zu rechnen.

Immerhin stünden die Indikatoren noch lange nicht in dem überverkauften Bereich, wie es 1998 oder sogar im September 2000 der Fall gewesen sei, so Englert weiter. Auch Klaus Tafferner erwartet eine technische Reaktion beim Nemax-50. Dabei gebe es sogar einige wenige Hinweise auf eine Trendwende, da positive Divergenzen in den technischen Indikatoren zu erkennen seien. Daneben sei die seit Ende Januar anhaltende fünfteilige Abwärtsbewegung beendet, was ebenfalls für eine Trendwende spreche. Doch müsse man bendenken, dass der Nasdaq diese Signale noch nicht liefere.

Zwar werde auch hier eine technische Reaktion die Kurse auf über 2 000 Punkte beflügeln, da am Montag ein sehr wichtiger Support gehalten habe. Gegen eine nachhaltige Wende spreche aber die Tatsache, dass sich das Bild der technischen Indikatoren auf Wochenbasis noch einmal eingetrübt habe, meint Tafferner. Für Martin Siegert sprechen auch im Nemax-50 die bullishen Divergenzen im RSI für eine nachhaltige Wende. Der Markt dürfte über die Marke von 1 920, 2 100 und 2 200 Zähler klettern, so der Analyst. Bei den Einzeltiteln seien Steag Hamatech interessant. Tafferner rät hier zu Singulus, Medion, SER Sytems, Steag Hamatech und CE Consumer. Der Analyst empfiehlt jedoch bei letzterem Wert einen Stopp auf dem Niveau von 49 Euro zu setzen.

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