Marktumfrage
Technische Analysten optimistisch für den Dax

Während die Marktteilnehmer auf die Rede Alan Greenspans warten, klettert der Dax am Dienstag still und heimlich nach oben und hält sich deutlich über der 6 500er Marke. Trotzdem sind viele Marktteilnehmer eher skeptisch, ja zermürbt, warten sie doch nun bereits seit Wochen auf den erlösenden Ausbruch über das Widerstandsniveau bei 6 800 Punkten.

vwd FRANKFURT. Die wöchentliche Umfrage unter drei führenden Chartanlysten zeichnet insgesamt ein positives Bild für den Dax. Eine Kaufgelegenheit auf dem derzeitigen Kursniveau sieht Dieter Schwarz, Chef der technischen Analyse von DresdnerKleinwort Wasserstein. Ludwig Gutmann von der Bayerischen Landesbank sieht den Markt ebenfalls optimistisch. Er meint, der Dax könne aus seiner Trading-Range zwischen 6 500 und 6 800 Punkten ausbrechen.

Uwe Wagner, technischer Analyst bei der Deutschen Bank rechnet sich ebenfalls gute Chancen für den Markt aus, sieht aber noch Hindernisse vor der Überwindung des Schlüsselwiderstands bei 6 800 Punkten. Nach Ansicht von Dieter Schwarz befindet sich der Dax nach wie vor in seiner Trading-Range zwischen 6 300 und 6 800 Punkten. Bei einer Überwindung des Widerstands bei 6 795/6 813 Zählern komme es zu einer signifikanten Verbesserung der technischen Lage und dann sei der Weg frei nach oben, erklärt der Analyst. Die Indikatoren seien zwar noch negativ, aber er erwarte kein erneutes Testen der Tiefststände bei 6 110/6 172 Punkten, sondern halte das maximale Abwärtspotenzial bis 6 300 Zählern für begrenzt. Auch solle die Nasdaq kein neues Tief markieren.

Aktuelle Kurse als Kaufgelegenheiten

Schwarz rechnet mit einer Entscheidung innerhalb der nächsten Tage oder in der kommenden Woche. Bis dahin sollte sich klar herausstellen, ob der bullishe Ausbruch kommt, oder ob der Markt erneut zurückfällt. DresdnerKleinwort Wasserstein sieht die aktuellen Kurse als Kaufgelegenheit an. Dort bevorzugt man Chemie-, Auto-, Stahl- und Konsumwerte, also alle klassischen zyklischen Aktien. Die Banken bewertet man neutral bis leicht positiv. Den Pharma- und den Versorgersektor sieht man hingegen eher skeptisch. Bei den TMT-Titeln muss man nach Meinung von Schwarz aufpassen.

Sie zeigten zwar ein neutrales Bild, sollten aber auf Grund ihres hohen Betas die Hauptgewinner einer Hausse sein. Er erwartet einen Tausch aus der "Old-Economy" in die TMT-Aktien bei einem Anspringen des Marktes. Bis dahin fahre man mit den Zyklikern wohl besser. Eine technisch positive Bewertung sieht der Chef der technischen Analyse für momentan 13 Dax-Titel: Daimler-Chrysler, MAN, Karstadt-Quelle, Bayerische Hypovereinsbank, BMW, VW, Metro, Deutsche Bank, Degussa, Allianz, BASF, Lufthansa und Bayer.

Auch Ludwig Gutmann glaubt an einen positiven Verlauf des Dax. Vor zehn bis zwölf Tagen sei der deutsche Aktienindex an der 6 800 Punkte-Marke gescheitert. Seitdem habe sich der Dax in seiner Tradingrange zwischen 6 500 und 6 800 Punkten bewegt. Die technischen Indikatoren wie Stochastic und RSI zeigten eine extrem negative Bewertung an und notierten auf einem Tiefstand wie lange nicht mehr. Allerdings sieht Gutmann die Indikatoren drehen und rechnet mit einer Generierung neuer Kaufsignale. Der Schlüsselwiderstand liege bei 6 800 Punkten und markiere den mittelfristigen Abwärtstrend, der im März 2000 bagonnen habe.

Daimler-Chrysler als Einzeltitel empfohlen

Der Chef der technischen Analyse ist aber skeptisch, ob es dem Dax gelingen wird, über 6 800 Punkte auszubrechen. Als Einzeltitel empfiehlt er Daimler-Chrysler. Dies sei zwar nichts aufregendes Neues, die Aktie könne aber ihren seit 1999 bestehenden Abwärtstrend durchbrechen. Im Dezember/Januar habe die Aktie einen Boden gebildet und das Schlimmste scheine ausgestanden zu sein. In der vorliegenden Schulter-Kopf-Schulter-Formation solle die Nackenlinie bei 55 Euro durchbrochen werden. Auch die Deutsche Telekom sei spekulativ interessant. Hier sei die wichtigste Unterstützung im Bereich zwischen 29 und 32 Euro zu finden. Von hier aus sollten die Aktien dann wieder nach oben laufen.

Nach dem Ausbruch aus der Flaggenformation und der Bestätigung am Dienstag sieht der Analyst eine gute Zukaufgelegenheit. Ein Unterschreiten der 6 500er Dax-Unterstützung hält Gutmann für wenig wahrscheinlich. Auch der technische Analyst der Deutschen Bank, Uwe Wagner, sieht eine grundsätzliche Stabilisierung in der Kursspanne zwischen 6 470/50 und 6 800 Punkten. Wagner glaubt nicht daran, dass der Dax seine Bandbreite nach unten verlassen wird. Im Gegenteil, der Deutsche Aktienmarkt bilde ein zweites Bein aus und nach der Korrektur sei ein zweiter Angriff auf den Schlüsselwiderstand bei 6 800 Punkten zu erwarten.

Die Idealkonstellation sei ein Überwinden der 6 609 Punkte auf Schlusskursbasis. Diese "Tigger"-Funktion sinke täglich um 18 Punkte. Ein Schließen über dieser Marke indiziere ein Ende der Korrekturbewegung. Dann gehe es um "die Wurst" und der Run auf die 6.800er Marke sei frei. Damit verbunden sei ein Bruch des Abwärtskanals und ein Trendwechsel. Dieses positive technische Szenario zeige sich allerdings von einer anderen Möglichkeit bedroht. Der Index könne in seine Konsolidierungszone zurückfallen und einen Trendkanal ähnlich wie zwischen April und September letzten Jahres ausbilden. Da aber die Bewegungsdynamik sehr niedrig sei, plädiert Wagner eher für erstgenanntes Szenario.

Das Risiko für die nächsten Tage sieht der technische Analyst der Deutschen Bank bei maximal 6 450/6 400 Punkten. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen solle sich der Index aber eher auf den Weg nach oben machen. Als Einzeltitel empfiehlt Wagner neben anderen, Daimler-Chrysler, Schering, Allianz und BMW.

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