Marktumfrage unter Analysten
Dax weiterhin im Abwärtstrend

Nach dem Einbruch des Dax bis unter die wichtige Widerstandsmarke von 5 000 Punkten erwarten technische Analysten nun eine Erholung. Doch dabei sind sich Uwe Wagner von der Deutschen Bank und auch Marcel Mußler, Herausgeber des gleichnamigen Börsendienstes, einig, dass der Dax weiterhin in einem Abwärtstrend steckt.

vwd FRANKFURT. Der Dax befindet sich kurzfristig in einem intakten Abwärtsimpuls, meint Uwe Wager. Im Tagestief vom Montag bei 4 945 Indexpunkten habe er auch ein neues Bewegungstief erreicht. Dieser Abwärtsimpuls verlaufe eingebettet in ein übergeordnetes, noch immer gültiges Konsolidierungsband. Nachdem im Dax der Handelstag am Montag schwach begann, setzte eine Erholung ein, in dessen Folge der Index sogar leicht ins Plus steigen und positiv schließen konnte.

Im Ergebnis dessen bildete sich eine so genannte weiße Hammer-Formation aus. Dieses Muster zähle zu den impulsumkehrenden Kursmustern, wobei gerade in den vergangenen Monaten gehäuft Fehlsignale auftraten und damit die statistische Trefferquote von ursprünglich über 78 % auf aktuell 69,64 % gedrückt worden sei. Die Statistik beziehe sich auf einen Zeitraum von neun Jahren, innerhalb derer 56 Kursmuster im Sinne der Definition auftraten.

Aus dieser Entwicklung folgernd, definiert Wagner das gültige Unterstützungsband nun um 4 980/4 945 Zähler. Die analytisch höhere Bedeutung habe der Bereich um 4 945 Punkte. Auf der Oberseite erwartet der Deutsche-Bank-Chefstratege dagegen den nächst höher gelegenen Widerstand im Bereich um 5 128/5 139 Stellen. Sollte der weiße Hammer zu einer Reaktion führen, so wäre ein analytisches Kursziel der Bereich um 5 128. Gelingt dem Dax lediglich eine Minimumkorrektur - diese läge im Bereich 5 086/5 107 -, würde dies auf eine hohe abwärts ausgerichtete Bewegungsdynamik hinweisen. Das ließe kaum mehr als eine Minimumreaktion zu. Somit sei nach Abschluss der Reaktion eine Fortsetzung des Abschwungs zu erwarten.

Komme es hingegen zu einer Normalkorrektur bis zu rund 5 160 Zählern, wäre der korrigierende Gegenimpuls schon deutlich stärker. Im Falle einer Maximumkorrektur bis zu 5 230 Punkte wäre der übergeordnete Abwärtstrend zwar noch immer intakt und somit gültig, die Trefferquote für eine Fortsetzung des Abschwungs nach Ende der Korrektur wäre jedoch auf knapp über 40 % gesunken.

Dax über das Ziel hinaus geschossen

Wirklich überraschend kommt die massive Down-Rally hinsichtlich ihrer Intensität nicht, meint Marcel Mußler Herausgeber der Mußler-Briefe. Nun scheine der Dax etwas über das Ziel hinaus geschossen zu sein. Insbesondere die wieder extrem überverkauften kurzfristigen Oszillatoren werden beim Dax und den anderen Märkten in den kommenden Tagen aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Gegenbewegung sorgen, heißt es auch bei ihm. Sie seien nach unten vollkommen ausgereizt. Die Volatilität sei zuletzt sprunghaft angestiegen, so dass durchaus auch eine entsprechend kräftige Erholungsrally eintreten könnte.

Die laufende Woche sollte erst einmal unter dem Tenor Stabilisierung stehen, bevor die kommende Woche dann die Erholung bringe. Der Montag war zumindest beim Dax ein guter Auftakt. Allerdings sollte nicht auf eine Trendwende spekuliert werden, auch wenn inzwischen eine zunehmende mittelfristige Überverkauftheit vorliege. Gerade die mittel- und langfristigen Chartbilder seien zuletzt zu sehr angegriffen worden, als dass eine schnelle Trendwende zu erwarten sei. Eine "Sommer-Rally" sei zwar alles andere als vom Tisch.

Mußler erwartet zwar eine nennenswerte Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten, wenn auch nicht mehr unbedingt neue Jahreshochs. Bei der Charttechnik seien die Minimalerwartungen nach unten klar übertroffen worden. Die Ursachen dafür seien in erster Linie im Langfristchart zu suchen. Nach dem Bruch des mittelfristigen Aufwärtstrends kam es zum Rebreak unter den schon gebrochenen langfristigen Abwärtstrend. So etwas löse prozyklische Verkäufe aus. Der Dax besitze gerade im Langfristchart erst einmal kein Motiv zum Anhalten. So liege im flachen Kanal eine erste plausible Haltemarke erst bei 4 790 Punkten.

Antizyklische charttechnische Argumente ließen sich von dieser Seite zum jetzigen Zeitpunkt also keinesfalls ableiten. Bevor man wirklich vom Start der Erholungsrally sprechen könne, sollte mindestens ein Minimum an prozyklischen Signalen generiert werden. Diesbezüglich falle der kurzfristige Abwärtstrend entsprechend im weiteren Wochenverlauf voraussichtlich von 5 070 auf 4 970 Punkte ab. Mehr Stabilität entstehe erst mit dem Rebreak über die untere Begrenzung des flacheren Kanals bei 5 050 bis 5 040 Zähler. Darüber hinaus eignet sich der Widerstand bei 5 128 als erstes Ziel für eine Erholungsrallye in dieser Woche.

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