Marktumfrage: Wochenauftakt technisch ein herber Schlag
Dax droht Rückfall in die Baisse

"Schwache Kurse sind Kaufkurse", lautet einer der Leitsprüche der Börsianer. Doch diese angebliche Weisheit könnte nach Ansicht technischer Analysten in den kommenden Tagen und Wochen auf den Prüfstand gestellt werden.

vwd FRANKFURT. Mit der Marke bei 2 520 Punkten sei eine weitere solide geglaubte Unterstützung geradezu pulverisiert worden, konstatiert Wieland Staud von Staud Research. Die Korrekturdynamik sei stark angestiegen mit moderat erhöhten Umsätzen. Der Wochenauftakt sei technisch ein "herber Schlag" gewesen und dürfte der kurzfristigen Verfassung deutlich zugesetzt haben, so Staud.

Seiner Ansicht nach droht ein Rückfall in die immer noch intakte Baisse. Es dürfe wirklich nicht mehr allzuviel nach unten passieren, denn dann sei die Hoffnung auf eine Fortsetzung der jüngsten Erholung ganz dahin, warnt Staud. Sollten die Kurse weiter fallen sei ein rascher Test des letzten Tiefs bei 2 188 Zählern möglich, danach gebe es sogar ein Risiko bis 1 960 Punkte.

Pessimistisch blickt auch Stephan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt in die nähere Zukunft des Deutschen Aktienindex. Nach dem Durchbruch unter 2 519 Stellen laufe der Dax dem steilen Abwärtstrend bei 2 300 Punkten entgegen. Die jüngste Rally war Schilbe zufolge eine klassische Bärenmarktrally, verursacht durch "panikartige Shorteindeckungen". Neue Tiefstkurse erwartet der Analyst allerdings nicht. Dazu sei der Markt zu überverkauft. Er erwartet für die kommenden Wochen eine Trading-Range zwischen 2 190 und 2 680/750 Punkten.

Die technische Reaktion auf die kurze Erholung dürfte auch nach Ansicht von Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effekten, noch ein "Stückchen tiefer gehen". Die jüngste Erholung seit Mitte März sei nicht bullish genug gewesen, so dass es keinen wirklichen Schub nach oben gebe. Die nächste Unterstützung sieht er bei 2 383 Punkten gefolgt von 2 329 Zählern. Bei 2 307 Stellen sollte die Abwärtsbewegung aber stoppen und die Kurse wieder aufwärts gehen. Sollten jedoch die US-Indizes noch stärker fallen, sei ein neues Jahrestief im Dax nicht auszuschließen, so Tafferner. Die Devise des Analysten lautet momentan "abwarten".

Bei den Einzelwerten sticht nach Ansicht von Achim Matzke von der Commerzbank T-Online positiv hervor. Bei dem Titel sei die Bodenformation zwischen fünf und 6,20 Euro abgeschlossen und zusätzlich noch die 100-Tage-Linie überwunden worden. Das daraus entstandene Kaufsignal zeige mittelfristiges Kurspotenzial bis zum nächsten Widerstand bei 7,60 Euro auf.

Weniger gut sieht es bei der Allianz aus. Mit dem Fall unter die Stopp-Loss-Marke bei 52,75 Euro ist nach Ansicht von Wieland Staud das Erholungsziel von 87 EUR nun endgültig passe. Vielmehr drohten nun weitere Abschläge, die bis auf die Unterstützung bei 40 Euro gehen könnten. Mittelfristig sollten Allianz seitwärts tendieren.

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