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Marseille bestimmt den Kurs der Schill-Partei

Für Ulrich Marseille, Chef der Schill-Partei in Sachsen-Anhalt, steht schon vor der Landtagswahl fest: Ins Parlament wird er am 21. April nicht einziehen.

dpa MAGDEBURG. Der 46 Jahre alte Unternehmer nennt sich zwar "Spitzenkandidat" seiner Partei. Weil er aber noch nicht lange genug seinen Wohnsitz in Sachsen-Anhalt hat, darf er nicht auf der Landesliste kandidieren. Trotzdem ist es Marseille, der den Kurs der Partei Rechtsstaatlicher Offensive in Sachsen-Anhalt maßgeblich vorgibt.

Hamburgs umstrittener Innensenator Ronald Schill selbst bestimmte das ehemalige CDU-Mitglied Marseille zum Aufbauhelfer der Partei in Sachsen-Anhalt. Aus Ärger über dieses Vorgehen wandten sich damals eine Reihe von Anhängern von der Partei ab. Mit seinem Millionen- Vermögen finanziert Marseille den Landtagswahlkampf. Sein Geld verdient er als Mehrheitsaktionär der Marseille-Kliniken AG, die in ganz Deutschland Seniorenwohnheime betreibt - zehn davon in Sachsen-Anhalt.

Hier fiel Marseille insbesondere durch seine Prozessfreudigkeit auf. Mit der Landesregierung streitet sich Marseille seit Monaten vor Gericht um Fördermittel in Millionen-Höhe für seine Seniorenwohnheime. Es ist nicht das erste Mal, dass ihm vorgeworfen wird, er vermische seine Interessen als Unternehmer mit der Politik. Vor drei Jahren gründete er in Halle eine "Mieter- und Bürgerliste", die bei den Kommunalwahlen antrat. Gleichzeitig klagte er gegen eine kommunale Wohnungsgesellschaft, weil sie ihn beim Verkauf von 2700 Plattenbau-Wohnungen angeblich getäuscht haben soll.

Marseille ist verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Er wurde 1955 als Ulrich Hansel in Bremerhaven geboren. Von dem Namensgeber seines Unternehmens, Theo Marseille, ließ er sich adoptieren, nachdem er mit 16 Jahren Vollwaise geworden war. Sein liebstes Hobby ist die Fliegerei.

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