Marsh on Monday
Geld für Afrika

In diesen Tagen wird an der Londoner Börse ein neuer privatwirtschaftlicher Infrastrukturfonds für Afrika gelistet. Ein nützlicher Kompromiss zwischen den subventionierten Geldleistungen der öffentlichen Hand und den kommerziellen Krediten der international operierenden Privatbanken.

LONDON. Glaubt man David Miliband, dem neuen britischen Außenminister in der Regierung Gordon Browns, wird Großbritannien künftig zur "globalen Drehscheibe" in einer zunehmend vernetzten Welt. Als Beleg dafür wird der neu aufgelegte privatwirtschaftliche Fonds für Afrika gedeutet, der dieser Tage an der London Stock Exchange gelistet wird.

Das neue Investment-Vehikel - PME Africa Investment Opportunities - sammelt von Investoren rund 180 Mio. Dollar ein. Aufgestockt mit zusätzlichen Krediten will der Fonds in den kommenden 18 Monaten insgesamt 700 Mio. Dollar in zukunftstaugliche Infrastrukturprojekte in Afrika stecken.

In afrikanischen Länder mit guter Bonität und marktwirtschaftlich orientierten Regierungen sollen Straßen-, Brücken-, Telekommunikations- und weitere Infrastrukturinvestitionen vorangetrieben werden - auch in Form von Public Private Partnerships. Die Botschaft ist klar: Die seit Jahren aufstrebenden Ökonomien China, Indien oder Brasilien sollen nicht länger das Monopol auf ausländisches Kapital besitzen. Eine zunehmende Anzahl der ärmeren Länder sucht aktiv den Anschluss zum Kapitalmarkt. Afrika erwacht.

Fondsgetriebene Investmentprodukte könnten sich für anspruchsvolle Privatinvestoren als zunehmend attraktiv erweisen. Der grenzüberschreitende Charakter der Londoner Finanzmärkte verleiht solchen Initiativen zusätzlichen Anreiz. Der Aktienmarkt weist auf einen mittleren Weg hin. Ein nützlicher Kompromiss zwischen den subventionierten Geldleistungen der öffentlichen Hand und den kommerziellen Krediten der international operierenden Privatbanken.

Zur Finanzierung notwendiger Zukunftsinvestitionen in Not leidenden afrikanischen Staaten besteht zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Geld- und Kapitalströmen eine Symbiose. Die internationalen Wirtschaftsverflechtungen der City untermauern die Verpflichtungen der G8-Länder, die vor zwei Jahren beim Gleanagles-Gipfeltreffen beschlossenen Anstrengungen zu erhöhen. Großbritannien allein hat in den vergangenen drei Jahren seine staatlichen Ausgaben für Entwicklungspolitik um 40 Prozent auf jährlich 5,3 Mrd. Pfund gesteigert. Die Finanzmärkte können dabei helfen.

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