Marsh on Monday
Luxuriöses Marketing

Vor einigen Jahren wurde das Steuerrad bei Rolls Royce und Bentley von Deutschen übernommen – ein Symbol für den Niedergang der feineren wirtschaftlichen Kultur in Großbritannien. Nun erlebt die britische Luxusgüterindustrie eine Wiedergeburt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im psychologischen Bereich. Durch zauberhafte Marketingaktionen werden heimische Marken, die auf den Massengeschmack ausgerichtet sind, in hochkarätige Angebote für margenstärkere ausländische Märkte umgewandelt.

Imageverbesserung durch Internationalisierung. Solche Transformationen haben in letzter Zeit nicht wenige Konsumgüterfirmen des Königsreiches ausprobiert. Mode-Einzelhändler Ted Baker etwa, der sich mit Billighemden in Glasgow etablierte, hat seine Aktivitäten in den USA ausgeweitet und geht auf Expansionskurs in Asien und im Nahen Osten. Freilich jetzt auch mit Armbanduhren und Parfümerie.

Das Modehause Burberry ist für seine langweiligen Trenchcoats weltweit berühmt. Seine Markenstärke hat in letzter Zeit gelitten, Artikel wie Burberry-Baseball-Mützen, die von britischen Arbeitern gekauft werden, haben dazu beigetragen. Die neue, aus Indianapolis stammende Burberry-Vorstandsvorsitzende Angela Ahrendts geht aber in genau diese Richtung weiter. Sie will die Burberry-Margen durch den Einstieg in die amerikanische Midwest-Region aufbessern – und die ist kaum ein Markt für Luxusgüter.

Eine andere Strategie verfolgt Hamleys, ein Spielzeuganbieter mit Tradition. Unter dem neuen isländischen Eigentümers Baugur will die Firma sich über die Oxford Street hinaus in Spaß- und Unterhaltungsmärkte in Dubai, Kuwait, Saudi Arabien und China ausbreiten.

Britische Unternehmer suchen in Wachstumsregionen ein neues, breites Marktsegment für „zugängliche“, nicht zu teure Luxusartikel. Der letzte Beweis bleibt allerdings aus, ob Allerweltsmarken aus Manchester in Minneapolis oder Nanjing genügend Käufer finden und nachhaltige Gewinne bringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%