Martina Ertl belegt enttäuschenden sechsten Rang: Wieder Enttäuschung für deutsche Ski-Damen

Martina Ertl belegt enttäuschenden sechsten Rang
Wieder Enttäuschung für deutsche Ski-Damen

Die deutschen Ski-Damen haben bei den alpinen Weltmeisterschaften eine weitere bittere Niederlage einstecken müssen. Titelverteidigerin Martina Ertl konnte in der Kombination nicht die ersehnte erste Medaille gewinnen und musste sich einen Tag nach dem Abfahrts-Debakel ihrer Kolleginnen mit dem sechsten Platz zufrieden geben.

HB/dpa ST. MORITZ. In 2:45,02 Minuten lag die 29-Jährige am Montag in St. Moritz sogar noch hinter Maria Riesch. Ausgerechnet das Nesthäkchen des Deutschen Skiverbandes (DSV) sorgte als Fünfte für den ersten Lichtblick in St. Moritz. Die 18-Jährige fuhr in 2:44,60 Minuten nur um 0,77 Sekunden an der Bronzemedaille vorbei. "Ich habe schon gedacht, dass ich unter die besten Fünf komme. Im ersten Slalom habe ich die Medaille vergeben", sagte die Schülerin vom SC Partenkirchen.

Den Sieg sicherte sich die große Favoritin Janica Kostelic (2:41,63). Die 21-Jährige untermauerte mit ihrem ersten WM-Titel und dem ersten WM-Gold für Kroatien ihre unbestrittene Rolle als beste Skifahrerin der Welt. Ein Jahr nach ihrem Dreifach-Triumph bei den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City konnte Kostelic auch eine Meniskusverletzung im rechten Knie nicht stoppen. Von Schmerzen geplagt nahm sie im Zielraum im Sitzen die Gratulationen entgegen. Im letzten Slalom-Lauf wehrte die Gesamtweltcup-Führende den Angriff der 18-jährigen Österreicherin Nicole Hosp ab, die sich in 2:41,69 mit Silber die erste WM-Medaille ihrer jungen Karriere sicherte. Dritte wurde die Schweizerin Marlies Oester (2:43,83).

In keinem Wettbewerb hatte der DSV so sehr auf eine Medaille spekuliert wie in der Kombination. Beim einzigen Weltcup im Dezember in Lenzerheide hatten Ertl (2.) und Riesch (3.) ihre besten Saisonergebnisse erzielt. In Kostelic und Hosp waren nur zwei Weltcup-Siegerin dieser Saison im Finale dabei. Doch auch im von den meisten Spitzenathletinnen gemiedenen Wettbewerb gelang nach den Enttäuschungen in Abfahrt und Super-G selbst gegen mäßige Konkurrenz nicht der Befreiungsschlag. "Das Ergebnis von Martina kann uns natürlich nicht zufrieden stellen. Marias Leistung ist okay", sagte der leidgeprüfte Cheftrainer Wolfgang Maier.

Martina Ertl hatte extra auf die Spezialabfahrt am Sonntag verzichtet, um sich intensiv auf die Kombination vorbereiten zu können. Gerade die Mängel in der schnellen Disziplin raubten der Lenggrieserin alle Chancen auf ihre vierte WM-Medaille. Mit mehr als zwei Sekunden Rückstand auf die besten Speedfahrerinnen hatte sie schon am Vormittag entscheidend an Boden verloren. "Ich wollte zu viel und habe verkrampft", sagte sie. Noch vor einem Jahr hatte Ertl als Olympia-Dritte in der Kombination die einzige DSV-Medaille gewonnen.

Maria Riesch fuhr in Abfahrt und Slalom erstaunlich konstant und zeigte, dass sie in Zukunft zur Vorzeigefahrerin werden kann. Die dritte DSV-Athletin Isabelle Huber (Ruhpolding) schied im zweiten Slalom-Durchgang aus.

Nach der enttäuschenden ersten WM-Woche soll eine Kurskorrektur die deutschen Skifahrer wieder zu Siegertypen machen. "Wir müssen in der Führungsstruktur eine ganze Menge Dinge ändern. Wir haben lauter kleine Königreiche im Ski alpin", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Montag: "Das ist uns aus den Händen geglitten." So sollen nach der Saison die Cheftrainer Wolfgang Maier und Martin Oßwald mehr Macht erhalten, auf unterer Ebene Kompetenzen neu verteilt werden.

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