Maschinen nach Palermo umgeleitet - Hauptlavaströme fließen langsamer
Flughafen nach Ätna-Ascheregen erneut geschlossen

Eruptionen des Ätnas auf Sizilien haben am Montag einen Regen schwarzer Asche auf die Region niedergehen lassen. Der Flughafen in Catania wurde am Mittag geschlossen und erst am Abend wieder geöffnet. Es war bereits die dritte Schließung des Flughafens seit Beginn des Vulkanausbruchs vor zwei Wochen.

ap CATANIA. Die beiden Hauptlavaströme flossen unterdessen langsamer den 3.310 Meter hohen Vulkan hinab. Nach Behördenangaben hielten Dämme aus Erde und Vulkangestein die Ströme unter Kontrolle. Die Lava kam inzwischen rund vier Kilometer von dem bedrohten Ort Nicolosi zum Stillstand.

Drei Masten des Skilifts auf dem Ätna und ein Parkplatz wurden in der vergangenen Woche von den Lavamassen zerstört. Die Behörden schickten danach Planierraupen der Streitkräfte in das Krisengebiet, um die Skistation auf einer Höhe von 1.910 Metern zu schützen.

Am Sonntag flehten die Bewohner Siziliens um himmlischen Schutz. In Nicolosi versammelten sich die Menschen um die als wundertätig verehrte Figur des heiligen Antonius. `Je wärmer unsere Gebete, desto kälter die Lava", sagte Erzbischof Luigi Bommarito zu der Menge, die am Ort einer Marien-Erscheinung zusammengekommen war.

Die italienische Regierung schätzte die Schäden nach dem Ausbruch auf rund 18 Milliarden Lire (9,3 Millionen Euro/18,2 Millionen Mark). Die Zahl bezieht sich auf Verluste in der Landwirtschaft und im Tourismus.

Giftwolke zieht Richtung Kreta

Die Eruptionen des Ätna wirken sich noch hunderte von Kilometern entfernt aus. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrtfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen haben mit Hilfe von Satelliten eine neue, kräftige Wolke des giftigen Schwefeldioxid beobachtet, wie ein Sprecher des DLR am Montag in Köln berichtete.

Die Wolke stammt nach Angaben der Forscher von den Ausbrüchen am Wochenende und zieht nach Ostsüdost. Sie hat, wie Messungen von Satellitensensoren zeigen, inzwischen fast Kreta erreicht, eine Entfernung von rund 800 Kilometer Luftlinie. Sie sei stärker als eine in der vergangenen Woche beobachtete Wolke, die mehr in Richtung Libyen zog und sich inzwischen fast aufgelöst hat.

Schwefeldioxid ist giftig und wird für den sauren Regen mit verantwortlich gemacht. Aus der vom Ätna ausgestoßenen Wolke geht nach Angaben der Wissenschaftler allerdings keine Gefahr für Mensch und Tier aus.

Gefahr auf den Philippinen noch nicht vorüber

Die philippinischen Behörden haben am Montag vor einer gewaltigen Explosion des Vulkans Mayon gewarnt. In die ohnehin mit 47 000 Menschen überfüllten Notaufnahmelager am Fuße des 2 474 Meter hohen Vulkans trafen weitere Flüchtlinge aus 31 Dörfern ein. Das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie teilte mit, das anhaltende Getöse und die vom Vulkan ausgestoßenen Dampfwolken deuteten zusammen mit einer hohen Schwefeldioxidkonzentration darauf hin, dass Magma nahe an der Oberfläche sei und ein explosiver Ausbruch jederzeit erfolgen könnte.

In der Nacht erschütterte zudem ein leichtes Erdbeben der Stärke 4,1 die Region. Das Epizentrum lag rund 60 Kilometer von dem Vulkan entfernt, Experten erklärten jedoch, die Erschütterung habe möglicherweise die Gesteinsschichten unter dem Mayon gelockert. Damit könne noch mehr Magma an die Oberfläche dringen. Der Mayon ist der aktivste der 22 Vulkane auf den Philippinen.

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