Maschinenbauer
Deutz: Besseres Ergebnis mit höherem Nettoverlust

Der Kölner Motorenbauer Deutz AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das operative Ergebnis verbessert, jedoch einen höheren Nettoverlust ausgewiesen als zunächst geplant. Im laufenden Jahr will Deutz den Break-Even erreichen.

rtr KÖLN. Diese Absicht bekräftigte das Unternehmen am Mittwoch in Köln. "Wir sind sehr gut ins neue Jahr gestartet", sagte Finanzvorstand Stefan Schulte bei der Bilanzvorlage. Im ersten Quartal sei das Ergebnis voraussichtlich deutlich besser, und der Umsatz dürfte in etwa auf Höhe des entsprechenden Vorjahreszeitraum liegen. Auch im Gesamtjahr 2002 soll sich der Umsatz auf der Höhe des Vorjahres von 1,18 Milliarden Euro bewegen.

Die eingeleitete Restrukturierung habe im vergangenen Jahr bereits zu höheren Einsparungen geführt als zunächst angenommen. 2001 hätten sich die Maßnahmen mit 19,7 Millionen Euro ergebnisverbessernd ausgewirkt, im laufenden Jahr soll sich die Summe auf 35 Millionen Euro erhöhen, 2003 auf 60 Millionen Euro. Die Rückstellungen für die Restrukturierung, die in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, seien bereits 2001 verbucht.

Vor allem auf Grund des eingeleiteten Personalabbaus und der Schließung der Gießerei habe sich der Nettoverlust 2001 auf 31,8 (2000: Verlust 8,9) Millionen Euro mehr als verdreifacht. Im November war die Deutz AG noch von einem Verlust in Höhe von 20 Millionen Euro für das Gesamtjahr ausgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich 2001 dagegen auf 27,9 Millionen Euro, nach 15,6 Millionen Euro im Jahr zuvor. "Das ist der entscheidende Punkt, warum der Vorstand wieder zuversichtlich ist", sagte Schulte. Ende des Jahres werde Deutz mit über 5200 Beschäftigten rund 1000 Mitarbeiter weniger haben als Ende 2000.

Weiter ausbauen will Deutz seine Vertriebs- und Produktionskooperationen. Für seine Mittel- und Großmotoren sucht der Konzern nach wie vor einen Partner. Gespräche mit einem amerikanischen Unternehmen seien nach den Anschlägen in den USA ausgesetzt worden und sollen in der zweiten Jahreshälfte wieder aufgenommen werden, kündigte Konzernchef Gordon Riske an.

Nach zwei guten Jahren hintereinander sei dann auch eine Kapitalerhöhung denkbar, sagte Riske. "Wir haben heute kein Problem, was die Liquiditätslage des Unternehmens angeht", betonte Schulte. Die Nettofinanzverschuldung belief sich 2001 auf knapp 340 Millionen Euro. Anfragen für eine Übernahme habe es im letzten Jahr nicht gegeben, sagte Schulte.

Auch gebe es keine aktuellen Anzeichen, dass die Deutsche Bank ihren Anteil abgebe. Die Deutsche Bank, die sich grundsätzlich von ihren Industriebeteiligungen trennen will, hält an Deutz einen Anteil von 26 Prozent, Volvo von zehn Prozent, der Rest ist im Streubesitz. Der Kölner Traditionskonzern war vor einigen Jahren unter anderem wegen bilanzieller Machenschaften bei Tochterfirmen ins Schlingern geraten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%