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Maschinenbauer erwarten mehr Wachstum - Flexibilisierung gefordert

Der deutsche Maschinenbau wird dank der guten Auftragslage in diesem Jahr etwas stärker als erwartet wachsen. "Die vier Prozent werden wir mit Sicherheit erreichen, es könnte auch etwas mehr werden", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (Vdma), Diether Klingelnberg, in einem dpa-Gespräch. Im ersten Halbjahr stieg das Produktionsvolumen um 3,8 %. Der Verband hatte im Juni seine Prognose für das Gesamtjahr bereits von zwei auf vier Prozent erhöht.

dpa-afx FRANKFURT. Der deutsche Maschinenbau wird dank der guten Auftragslage in diesem Jahr etwas stärker als erwartet wachsen. "Die vier Prozent werden wir mit Sicherheit erreichen, es könnte auch etwas mehr werden", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (Vdma), Diether Klingelnberg, in einem dpa-Gespräch. Im ersten Halbjahr stieg das Produktionsvolumen um 3,8 %. Der Verband hatte im Juni seine Prognose für das Gesamtjahr bereits von zwei auf vier Prozent erhöht.

"2004 ist ein Jahr der Erholung, aber es ist kein kräftiger Aufschwung, wie wir ihn uns wünschen", sagte Klingelnberg. Der Aufschwung werde sich im kommenden Jahr aber bereits wieder abschwächen. 2005 rechnet der Verband mit einem Plus zwischen zwei und vier Prozent. "Das Wachstum ist stark exportgetrieben. Das Inland zieht nach wie vor nicht an." Dort wird laut Vdma nur Ersatz- oder Nachholbedarf befriedigt.

Sorge bereiten der Branche der starke Dollar sowie die hohen Energie- und Stahlkosten. Notwendig seien zudem Reformen in Deutschland. "Wir brauchen flexible Arbeitszeiten, um kurze Lieferzeiten zu haben und Aufträge zu bekommen", sagte der Verbandspräsident.

Im weltweiten Wettbewerb seien die Lieferzeiten neben den Preisen immer wichtiger. Deutsche Firmen verlören im Konkurrenzkampf gegen die USA Aufträge, weil die Wettbewerber mit Arbeitszeiten zwischen 40 und 70 Stunden schneller liefern könnten. Der Exportweltmeister Deutschland gerate ins Hintertreffen. "Wir müssen runter vom Arbeitszeitgesetz, wir müssen 50 Stunden in der Woche arbeiten können." Die Branche leide zudem unter einem großen Fachkräftemangel und brauche mehr gut ausgebildete Ingenieure. Derzeit beschäftigt der Maschinenbau - der wichtigste deutsche Wirtschaftszweig nach Unternehmen und Zahl der Beschäftigten - 863 000 Mitarbeiter.

Wegen der fehlenden Reformen im Inland wandern nach Ansicht des Vdma immer mehr Betriebe ins Ausland ab. Ein Drittel habe bereits heute im Ausland eine Produktion unter eigenem Dach, diese Zahl werde weiter wachsen. "Das ist ein langfristiger Trend, gegen den man etwas machen muss. Es würde helfen, wenn wir gute Fachkräfte hätten, die wir flexibel einsetzen könnten", sagte der Vdma-Präsident.

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