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Massachusetts schreibt Geschichte - Lesben und Schwule heiraten

Boston (dpa) - Schwule und lesbische Paare können von diesem Montag an in Massachusetts als erstem US-Bundesstaat ganz legal heiraten. Kurz vor Mitternacht öffnete in der liberalen Universitätsstadt Cambridge das Standesamt und gab für die Hunderten von wartenden Paare die Anträge aus.

Viele hatten mehr als 24 Stunden bei kühlem und regnerischem Wetter vor dem Rathaus auf den historischen Moment gewartet. Nach dem Willen des Gouverneurs sollen jedoch keine Homo-Paare aus anderen Bundesstaaten getraut werden, um einen Hochzeitstourismus zu verhindern. US-Medien rechnen damit, dass das Thema den Wahlkampf weiter anheizt.

Gegner der Homo-Ehen waren im letzten Moment am Freitag mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Obersten Gerichtshof der USA gescheitert. In einer Erklärung von Erzbischof Sean P. O,Malley heißt es, mit tiefer Trauer werde die Schaffung von gleichgeschlechtlichen Ehen zur Kenntnis genommen.

Der oberste Gerichtshof des Ostküstenstaates hatte in einem Aufsehen erregenden Urteil im November vergangenen Jahres entschieden, dass die Verweigerung der staatlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren diskriminierend ist und die Verfassung des Bundesstaates verletzt. Das Parlament wurde angewiesen, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Zulassung der Homo- Ehe ab 17. Mai zu schaffen.

Das Parlament von Massachusetts stimmte im März zwar für eine Verfassungsänderung, die Homo-Ehen explizit verbietet. Die Entscheidung tritt aber frühestens in zwei Jahren in Kraft. Politiker im ganzen Land arbeiten an Verfassungsänderungen, um die Ehe klar als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren. Dafür hat sich auch Präsident George W. Bush ausgesprochen. Sein demokratischer Herausforderer John Kerry, der aus Massachusetts stammt, lehnt gleichgeschlechtliche Ehen zwar auch ab, will aber durch Änderungen in der Rechtssprechung diesen Paaren mehr Rechte einräumen.

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