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Massengrab im Nordirak mit Kindern und ungeborenen Babys

In einem Massengrab im Nordirak haben US-Ermittler nach einem Bericht der BBC Skelette von Kleinkindern mit ihrem Spielzeug im Arm und von ungeborenen Babys gefunden. Bei Anschlägen und Kämpfen starben im Irak unterdessen vier US-Soldaten und zahlreiche Iraker.

dpa BAGDAD. In einem Massengrab im Nordirak haben US-Ermittler nach einem Bericht der BBC Skelette von Kleinkindern mit ihrem Spielzeug im Arm und von ungeborenen Babys gefunden. Bei Anschlägen und Kämpfen starben im Irak unterdessen vier US-Soldaten und zahlreiche Iraker.

Wie der britische Sender am Mittwoch berichtete, sehen die Ermittler des Irakischen Sondertribunals (IST) in dem Kindergrabfund Belege für Verbrechen des Regimes von Saddam Hussein. Das Massengrab in Hatra südlich der Stadt Mossul enthalte Überreste hunderter Menschen, gaben die Ermittler an. Sie gingen davon aus, dass es Kurden seien, die 1987 und 1988 von irakischen Streitkräften ermordet worden seien. In einem Graben seien nur Männer verscharrt worden, in einem anderen nur Frauen und Kinder, berichtete die BBC.

Eine Frau habe noch ihren Säugling umschlungen gehalten. Dem Kind sei in den Hinterkopf geschossen worden, der Frau ins Gesicht. Der Ermittler Greg Kehoe wurde mit den Worten zitiert: "So etwas habe ich noch nie gesehen - Frauen und Kinder, die offenbar ohne Grund erschossen worden sind."

In Bagdad wurden unterdessen bei zwei Bombenanschlägen am Mittwoch und in der Nacht zuvor vier US-Soldaten getötet. In der sunnitischen Aufständischen-Hochburg Falludscha kamen am Mittwoch bei einer Schießerei acht Zivilisten ums Leben, berichteten Krankenhausärzte. In Ramadi starben bei Gefechten zwischen US-Soldaten und Aufständischen drei Zivilisten, berichteten Augenzeugen. In Bakuba ermordeten Unbekannte einen Polizeioffizier.

Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit kündigte indes die Einberufung einer internationalen Irak-Konferenz für den 23. November im ägyptischen Seebad Scharm el Scheich an. An ihr sollen Vertreter aus dem Irak sowie aus den sechs Nachbarländern (Türkei, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien) und aus den G-8-Ländern und China teilnehmen. Die Tagesordnung der Konferenz ist nach Angaben des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak noch offen.

Die Organisation des jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi stellte unterdessen ein Video ins Internet, das die Enthauptung zweier Iraker zeigt. Bei den beiden Männern habe es sich um irakische Geheimdienstmitarbeiter gehandelt, die im September bei Kämpfen in Bagdad entführt worden waren.

Die beiden seit dem 20. August im Irak verschleppten französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot sind offenbar noch am Leben. Es gebe wieder indirekte Kontakte mit den Entführern, sagte Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Mittwoch in Paris.

US-Spezialeinheiten haben einem Bericht des Senders CNN zufolge im Irak vergeblich versucht, drei inzwischen enthauptete Geiseln - zwei Amerikaner und einen Briten - zu befreien. Zwei Versuche seien gescheitert, berichtete CNN am Dienstag. Die US-Bürger Eugene Armstrong und Jack Hensley sowie der Brite Kenneth Bigley waren am 16. September in Bagdad entführt worden.

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