Massenimpfungen sind nicht geplant
Geflügelpest-Verdacht bestätigt sich

Erstmals seit 24 Jahren ist in Deutschland wieder die Geflügelpest ausgebrochen. Der Ausbruch der Geflügelpest in Deutschland ist zweifelsfrei nachgewiesen worden. Die Behörden planen zunächst keine weiteren Schutzmaßnahmen gegen die Seuche. "Wir haben das Geflügelpest-Virus nachgewiesen", sagte eine Sprecherin der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen auf der Ostseeinsel Riems am Dienstag auf Anfrage. Die Probe stammt aus einem Betrieb im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen. In dem Betrieb und auf benachbarten Bauernhöfen waren als Vorsorgemaßnahme bereits Zehntausende Hühner getötet worden.

HB/Reuters/dpa DÜSSELDORF/BERLIN/BRÜSSEL. Am Montag hatte die Europäische Union (EU) ein Exportverbot für Geflügel aus Nordrhein-Westfalen verhängt. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums sind zunächst keine weiteren Schutzmaßnahmen geplant.

"Das Wichtigste ist die Prävention", sagte der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Alexander Müller, im ZDF auf die Frage, welche Maßnahmen nach einem Ausbruch der Geflügelpest ergriffen werden müssten. "Wir müssen in ganz Deutschland dafür sorgen, dass alle Maßnahmen, die wir in den letzten Wochen veranlasst haben, auch weiterhin konsequent durchgeführt werden." Dazu zähle, dass infizierte Höfe in Belgien, den Niederlanden und im Kreis Viersen für andere Landwirte gesperrt seien. Aus Pest-Gebieten in Niederlanden und Belgien dürfe kein Geflügel importiert werden. In den betroffenen deutschen Betrieben müssten die Tiere getötet werden.

Massenimpfungen von sind nach Müllers Worten nicht geplant. Für Zootiere und seltenes Rassegeflügel solle eine Impfung ermöglicht werden. Impfungen seien kein dauerhaft wirksamer Schutz gegen das Pestvirus, da sich dieses verändere und dann der Schutz unwirksam werde. Müller warnte, das Virus sei hoch ansteckend und könne sich rasend schnell verbreiten. Am Nachmittag tritt der Krisenstab des Ministeriums zusammen, um weitere Maßnahmen gegen die Seuche zu beraten.

Am Montag hatte die EU ein Exportverbot für Geflügel über Nordrhein-Westfalen verhängt. Landes-Agrarministerin Bärbel Höhn (Grüne) hatte im Umkreis von 20 Kilometern um den Hof in Schwalmtal, auf dem inzwischen die Seuche nachgewiesen wurde, ein Transportverbot von Geflügel und Bruteiern für 21 Tage verhängt. Die Geflügelpest war in den benachbarten Niederlanden und Belgien ausgebrochen und hat dort bislang Schäden in Millionenhöhe verursacht.

Die Geflügelpest war vor mehr als zwei Monaten in den Niederlanden ausgebrochen und hatte auch auf Belgien übergegriffen. Dort wurden nach EU-Angaben inzwischen 25 Millionen beziehungsweise 2,3 Millionen Tiere geschlachtet. In Deutschland war die Seuche laut Müller zuletzt vor etwa 24 Jahren aufgetreten.

Für die Verbraucher bestehe kein Risiko. "Eier und Geflügelfleisch sind für Menschen nicht gefährlich", sagte Müller. Gefahr besteht jedoch für Menschen, die mit dem kranken lebenden Geflügel umgehen.

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