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Massenkundgebungen gegen Venezuelas Präsidenten

Drei Tage vor dem Amtsenthebungs-Referendum gegen Venezuelas Staatschef Hugo Chávez sind in Caracas Hunderttausende seiner Gegner auf die Straßen gegangen. Beobachter sprachen von mehr als einer halben Million Demonstranten. Sie forderten in Sprechchören unter anderem die „Rettung der Demokratie“.

dpa CARACAS. Drei Tage vor dem Amtsenthebungs-Referendum gegen Venezuelas Staatschef Hugo Chávez sind in Caracas Hunderttausende seiner Gegner auf die Straßen gegangen. Beobachter sprachen von mehr als einer halben Million Demonstranten. Sie forderten in Sprechchören unter anderem die "Rettung der Demokratie".

Oppositionsführer Enrique Mendoza versprach am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Rede vor seinen Sympathisanten eine "neue Zeit ohne Angst, ohne Drohungen und ohne Beschimpfungen".

Die Bürger des fünftgrößten Ölproduzenten der Welt stimmen am Sonntag darüber ab, ob der Linksnationalist Chávez abgesetzt wird oder seine Amtszeit regulär bis Anfang 2007 absolvieren darf. Zur Teilnahme am Referendum sind rund 14 Mill. Wahlberechtigte aufgerufen. "Mein Sieg ist unvermeidlich", sagte Chávez am Donnerstag. Der 50-jährige frühere Oberstleutnant und Ex-Putschist beteuerte aber, bei einer Niederlage die Macht sofort abzugeben.

Im Falle einer Niederlage von Chávez muss die Wahlbehörde laut Verfassung innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen ansetzen. Die meisten Umfragen sagen allerdings einen knappen Sieg des Präsidenten voraus. Für den erfolgreichen Antrag für die Abhaltung des Referendums hatte die Opposition rund 2,54 Mill. Unterschriften gesammelt.

Ein Sieg der Opposition werde das Land ins Chaos stürzen und die Erdölpreise auf ein Niveau von bis zu 100 $ ansteigen lassen, hatte Chávez vor einigen Tagen gewarnt. Nur seine Regierung könne Ruhe und Frieden garantieren.

Chávez regiert Venezuela seit Anfang 1999. Er wurde im Jahr 2000 nach einer Verfassungsreform für die neue Amtszeit von sechs Jahren im Amt bestätigt. Die Krise im Ölland erreichte im April 2002 mit der gewaltsamen Absetzung von Chávez und der Rückkehr des Präsidenten an die Macht nach nur 48 Stunden ihren Höhepunkt.

Bei Unruhen gab es seit 2001 mindestens 50 Tote. Die von Unternehmern, Gewerkschaften, Traditionsparteien, der Kirche und den meisten Medien gebildete Opposition wirft Chávez einen autoritären Regierungsstil und eine verfehlete Wirtschaftspolitik vor.

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