Massentourismus zahlt für Auswirkungen
Wahlkampf um Mallorca-Öko-Steuer

Für die einen ist die Touristenabgabe auf Mallorca ein Teufelszeug, das die Urlauber abschreckt. Für die anderen markiert die "ecotasa" (Ökotaxe) den Beginn einer neuen Ära und eines umweltverträglichen Massentourismus.

HB/dpa PALMA DE MALLORCA/MADRID. Am Sonntag stimmen die Bewohner Mallorcas und der anderen Balearen bei der Wahl eines neuen Regionalparlaments auch über die Zukunft der umstrittenen Abgabe ab.

Die konservative Volkspartei (PP), die im Parlament in Palma de Mallorca seit vier Jahren in der Opposition ist, will die Steuer bei einem Wahlsieg wieder abschaffen. Die Ökotaxe war von einer Koalition von Sozialisten, Kommunisten, Grünen und Regionalisten vor einem Jahr eingeführt worden mit dem Ziel, den Auswirkungen des Massentourismus entgegenzuwirken.

Die Urlauber auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera müssen nun je nach Kategorie der Unterkunft zwischen 0,26 und 2,05 Euro pro Tag und Person zahlen. Die Einnahmen dienen dazu, Umweltschäden zu beheben und touristische Anlagen zu erneuern. Die eigentlich Betroffenen, die Urlauber, zahlen die Taxe, ohne zu klagen. Nach Angaben der Balearen-Regierung legten von sieben Millionen Besuchern nur fünf Touristen Beschwerde ein.

Hartes Kopf-an-Kopf-Rennen

Gegner und Befürworter der Sondersteuer liefern sich nach Umfragen ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Den Ausschlag könnte die Splitterpartei UM (Mallorquinische Union) geben, die auf etwa sieben Prozent der Stimmen kommt. Die Parteichefin Maria Antònia Munar hatte vor vier Jahren Rot-Grün zur Mehrheit verholfen und die PP, die stärkste Partei auf den Balearen, überraschend in die Opposition verbannt.

Die 48-jährige Bauunternehmerin blieb dem Linksbündnis vier Jahre lang treu, obwohl die Ziele ihrer liberalen UM nicht so recht zu denen der Linken und der Grünen zu passen scheinen. Die Parteichefin mit dem blondierten Haar will unter anderem den Zustrom von Immigranten stoppen und auf Mallorca mehr Golfplätze, mehr Yachthäfen und mehr Autobahnen bauen. Ob sie nach der Wahl wieder den sozialistischen Ministerpräsidenten Francesc Antich unterstützen oder der PP zur Macht verhelfen will, ließ sie bislang offen.

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