Massenüberprüfung im Mordfall Tristan
Fingerabdrücke von 14 000 Männern

Mit einer Massenüberprüfung will die Frankfurter Polizei nun per Fingerabdruck den Mordfall Tristan aufklären.

dpa FRANKFURT/MAIN. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag erläuterten, sollen mit Aufrufen in allen Medien, persönlichen Anschreiben, Handzetteln und Plakaten in fünf Sprachen alle 14 442 Männer des Frankfurter Westens zwischen 18 bis 49 Jahren zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke aufgefordert werden. Tristan war im März 1998 im Alter von 13 Jahren in Frankfurt-Höchst ermordet worden, seine Leiche wurde zerstückelt. Auf einem Schreibheft des Schülers hatten die Ermittler einen blutigen Fingerabdruck gefunden, der wahrscheinlich vom Täter stammt.

Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Job Tilmann sagte, die "in Deutschland in dieser Größe bisher nie da gewesenen Reihenuntersuchung" sei nach vier Jahren erfolgloser Ermittlungsarbeit ein neuer Versuch, den Fall Tristan aufzuklären. Sogar auf Bierdeckeln werde für die Aktion geworben. Mit einem Großaufgebot von mehr als 50 Polizeibeamten sollen vom 10. bis 29. Mai alle Freiwilligen "erkennungsdienstlich behandelt" werden. Wer nur verdächtigt, aber nicht beschuldigt werde, könne nach der Strafprozessordnung nicht zur Untersuchung gezwungen werden.

15 000 Euro Belohnung

Das hessische Justizministerium erhöhte die Belohnung für Hinweise auf den Täter inzwischen von 10 000 auf 15 000 Euro. Bisher ist die Polizei nach eigenen Angaben Tausenden von Hinweisen vergeblich nachgegangen. Auch Ermittlungen in Frankreich und Aufrufe in Tschechien verliefen im Sande.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%