Massive Aktienverkäufe geplant: Analyst: Nikkei-Sturz auf 8 000 Punkte

Massive Aktienverkäufe geplant
Analyst: Nikkei-Sturz auf 8 000 Punkte

Banken und Versicherungen planen, massiv Aktien zu verkaufen, was eine kräftige Korrektur auslösen könnte.

ga TOKIO. Die neue Börsenwoche in Japan steht ganz im Zeichen des japanisch-amerikanische Gipfeltreffens an diesem Montag. Die Marktteilnehmer hoffen, dass die USA massiven Druck auf Tokio ausüben, endlich Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft zu ergreifen. Anleger und Analysten erwarten, dass US-Präsident George W. Bush in seiner Rede vor dem japanischen Parlament am Dienstag zudem die Durchsetzung von Reformen und Stabilisierung des angeschlagenen Finanzsystems fordern wird.

Für den Nikkei-Index, der zum Wochenschluss bei 10 048 Punkten notierte, erwarten die Analysten überwiegend Schwankungen im Bereich von 9 500 Punkten bis 10 500 Punkten (Meiko National Securities). Als einzig attraktiver Bereich für institutionelle Investoren gilt die Halbleiterproduktion mit Werten wie Advantest oder Tokyo Electron.

Doch es gibt auch Stimmen, die einen Sturz des Nikkei bis auf 8 000 Punkte sehen. Gründe dafür sind einerseits die Enttäuschung über Japans wirtschaftspolitische Untätigkeit. Andererseits planen die Banken und Versicherungen, massiv Aktien zu verkaufen, was eine kräftige Korrektur auslösen könnte, erklärt Toshihiko Matsuno von Sakura Friend Securities.

Für die japanische Währung prognostizieren Devisenexperten eine Schwankungsbreite von 131 Yen je US-Dollar bis 136 Yen je Dollar. Zum Wochenschluss notierte die japanische Währung in New York bei 132,60 Yen je Dollar.

Zweifel an der Regierung

Die Zweifel am Krisenbewusstsein der Regierung von Ministerpräsident Junichiro Koizumi und ihrer Handlungsfähigkeit werden immer größer. Nach der Rettungsaktion für den überschuldeten Einzelhandleskonzern Daiei hat hierzu am Wochenschluss die politisch initiierte Fusion von drei mittelgroßen Baukonzernen beigetragen, die am Markt als erneute Verschiebung schmerzhafter Strukturmaßnahmen gewertet wird.

Mit einer Entscheidung über eine dritte staatliche Kapitalzufuhr für die Banken sei zudem erst ab April zu rechnen, wenn die Ergebnis der auf Koizumis Weisung verschärften Prüfung der Kreditengagements der Banken vorliege, verlautete am Wochenende von einem hohen Regierungsvertreter. Solch eine erneute Kapitalspritze für die japanischen Banken würde nach Ansicht von Experten aber die Probleme nicht lösen. Die anstehende Strukturbereinigung im krisengeschüttelten Bankensektor würde statt dessen nur vertagt, sagen die Experten.

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