Massive Einnahmeeinbußen für die Filmindustrie
Illegaler Filmtausch hat Hochkonjunktur

Tauschbörsen für Filme brummen seit "Harry Potter" und "Herr der Ringe". Den Studios droht das gleiche Desaster wie der Musikindustrie.

 

WiWo DÜSSELDORF. "E.T." ist einer von 100 Filmen, die in der vergangenen Woche ins Internet gespeist wurden. Alles ist dabei: vom Trickfilm "Ice Age" über den Westernklassiker "Die glorreichen Sieben" bis zum Sexstreifen "Verrückt nach Asiatinnen". Filmtausch im Netz ist populär wie nie. Der Begriff Warez, Kurzcode für raubkopierte Filme, gilt als drittbeliebtestes Suchwort nach xxx für harte Pornos und MP3 für Musikdateien. Tauschringe im Netz, früher belächelt als Hobby von Freaks und Spinnern, mausern sich zum Massenphänomen und werden dieses Jahr allein der US-Filmindustrie Einnahmeausfälle von drei bis vier Milliarden Euro bringen.



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Langsam dämmert den Studios, dass ihnen das gleiche Debakel droht wie den Musikproduzenten. Die behäbigen Plattenbosse hatten die Gefahr durch Musikmarktplätze kleingeredet, bis es zu spät war. Zuletzt nutzten Monat für Monat fast 60 Millionen Surfer die Tauschbörse Napster. Durch Raubkopierer gingen der deutschen Musikindustrie im Jahr 2001 bis zu 3,5 Milliarden Euro durch die Lappen.

In etwa 30 Tauschbörsen und auf tausenden privaten Internetseiten - die genaue Zahl kennt niemand - werden mittlerweile Hollywoodstreifen verschoben. Der Dammbruch droht durch die massenhafte Verbreitung von Pauschaltarifen (Flatrate) fürs Internet und schnellen Leitungen wie dem Datenturbo der Telekom T-DSL. Über zwei Millionen Deutsche verfügen bereits über solche Hochgeschwindigkeitszugänge und haben damit preiswert Zugang zu Kinoknüllern.

Die Filmstudios beunruhigt vor allem, dass die Qualität der Raubkopien seit einigen Monaten deutlich besser wird. Früher stammten die geklauten Streifen von Flohmärkten in Schanghai, hatten englischen Ton und chinesische Untertitel oder waren verwackelt, weil sie in irgendeinem US-Militärkino heimlich von der Leinwand abgefilmt worden waren. Das hat sich geändert. So kamen die Knüller "Harry Potter und der Stein der Weisen" und ""Der Herr der Ringe" Ende vergangenen Jahres zeitgleich mit dem Kinostart ins Internet: in hochwertiger Videoqualität und deutscher Synchronisation.

Jetzt sucht die Filmindustrie fieberhaft nach den Lieferanten der Raubkopien. Und die Studios haben einen Verdacht ...

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