Massive Kostensenkungen geplant
Gewinneinbruch bei der Commerzbank

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr 2002 einen Gewinneinbruch verzeichnet: Das Ergebnis vor Steuern sank auf 178 Mill. Euro, nachdem es vor einem Jahr noch bei 569 Mill. Euro gelegen hatte.

vwd FRANKFURT. Trotz einer deutlichen Anhebung der Risikovorsorge ist die Commerzbank auch im zweiten Quartal 2002 operativ in den schwarzen Zahlen geblieben. In ihrem am Donnerstag in Frankfurt am Main veröffentlichten Zwischenbericht weist das Finanzinstitut für das gesamte erste Halbjahr ein Ergebnis vor Steuern von 178 Millionen Euro aus. Dieses Ergebnis sei trotz der deutlichen Erhöhung der Risikovorsorge um über 70 Prozent auf 562 Millionen Euro erzielt worden, erklärte die Commerzbank.

Das für 2002 angestrebte operative Vorsteuerergebnis von 700 bis 800 Millionen Euro werde nur bei einem deutlich günstigeren Marktumfeld realisiert, heißt es im Zwischenbericht. Mit Blick auf die Prognose für das Gesamtjahr sei im dritten Quartal mit einem "beachtlichen steuerfreien Polster" von 700 Millionen Euro durch die Einbringung der Rheinhyp in die neue Eurohypo zu rechnen.

Für das zweite Quartal weist die Commerzbank nach eigenen Angaben ein Vorsteuerergebnis von 25 Millionen Euro (Vorjahr: 246 Millionen Euro) aus. Damit lag das operative Ergebnis leicht über den Erwartungen der von vwd befragten Analysten, die durchschnittlich mit einem Vorsteuerergebnis von 23 Millionen Euro gerechnet hatten. Der Konzerngewinn nach Steuern und Anteilen Dritter habe sich auf 2,0 Millionen Euro (126 Millionen Euro) belaufen.

Die durch die allgemeine Marktschwäche bedingten niedrigen Erträge will die Commerzbank durch massive Kostensenkungen kompensieren. Die Verwaltungsaufwendungen seien im Jahresvergleich um sieben Prozent zurückgegangen, erklärte das Unternehmen. Die Kosten sollten in diesem Jahr auf die Niveau von 2000 gesenkt werden. Auch der Rückgang der Mitarbeiterzahl um 1464 auf 38 015 habe zur Drosselung der Kosten im ersten Halbjahr beigetragen.

Händler bewerteten die Zahlen als «erwartungsgemäß schlecht». Negativ sei vor allem der Ausblick. Die Zahlen seien jedoch weitgehend eingepreist und setzten die Aktie nicht weiter unter Druck. In der ersten Handelsstunde legte das im Deutschen Aktienindex gelistete Commerzbank-Papier um 5,0 Prozent auf 10,29 Euro zu.

Die Finanzaufsicht hatte bereits angekündigt, die Veröffentlichung der Zahlen genau anzuschauen, da mehrere Medien über den zurückgehenden Gewinn schon vorab berichtet hatten.

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