Massive Kritik an CIA und FBI
"Frühwarnsystem der Geheimdienste hat versagt“

Der ehemalige hochrangige CIA-Mitarbeiter Vince Cannistraro hat massive Kritik an den amerikanischen Geheimdiensten geübt. "Die gestrigen Anschläge in New York und Washington zeugen von einem eklatanten Versagen sowohl der US-Bundespolizei FBI als auch des CIA (Central Intelligence Agency)", sagte Cannistraro gegenüber dem Handelsblatt. Es habe kein verlässliches "Frühwarnsystem" gegeben.

bac WASHINGTON. "Es rächt sich nun, dass in den vergangenen Jahren versäumt wurde, amerikanische Geheimdienstleute in Terrorgruppen einzuschleusen", erklärte Cannistraro, der heute Unternehmen in Sicherheitsfragen berät. Die "äußerst ausgeklügelte Planung und die perfekt koordinierte Ausführung der Selbstmordanschläge von New York und Washington" sprächen für den Terroristen Osama bin Laden als Urheber. "Seit einiger Zeit hat der CIA Hinweise auf neue Aktivitäten bin Ladens, aber nichts ist passiert", sagte der Sicherheitsexperte. Auch das US-Außenministerium habe Informationen über bevorstehende Terroraktivitäten gehabt.

Für die aktuellen Anschläge kämen neben dem Kreis um bin Laden die libanesische Terrorgruppe Hisbollah und die palästinensische Hamas als Täter in Frage. Die Aktionen hätten zum Ziel gehabt, die "USA für ihre Rolle im Nahen Osten zu bestrafen".

Die Terroristen hätten "wahrscheinlich die logistische Unterstützung von einem oder von zwei Staaten" gehabt, erklärte Cannistraro. Der "Verdächtige Nummer eins" sei Iran. So habe die Regierung in Teheran bei der Terrorattacke auf ein US-Kriegsschiff vor der jemenitischen Küste im vergangenen Jahr "indirekte Unterstützung" gegeben. Präsident Mohammad Chatami werde dabei von Revolutionsführer Khomeini und den islamischen Fundamentalisten "ausgebremst", so Cannistraro. "Chatami hat weder den Sicherheitsapparat noch die Geheimdienste unter Kontrolle."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%