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Maßlose Enttäuschung um BVB - Aus im UI-Cup

Düsseldorf (dpa) - Borussia Dortmund hat dem internationalen Ansehen des deutschen Fußballs und sich selbst Schaden zugefügt. Der Champions League- und Weltpokalsieger von 1997 blamierte sich mit dem frühen Aus im UI-Cup gegen KRC Genk/Belgien maßlos.

Düsseldorf (dpa) - Borussia Dortmund hat dem internationalen Ansehen des deutschen Fußballs und sich selbst Schaden zugefügt. Der Champions League- und Weltpokalsieger von 1997 blamierte sich mit dem frühen Aus im UI-Cup gegen KRC Genk/Belgien maßlos.

Die Probleme beim in Finanznot steckenden Traditionsclub werden dadurch zusätzlich verschärft. Denn das bittere 1:2 im Westfalenstadion machte die Uefa-Cup-Ambitionen des BVB nach dem damit wertlosen 1:0-Hinspielsieg ebenso zunichte wie die Hoffnung auf dringend benötigte Zusatzeinnahmen.

Dagegen zogen die Bundesliga-Rivalen FC Schalke 04 mit dem 2:1 (Hinspiel 5:0) bei Vardar Skopje in Mazedonien und der Hamburger SV mit dem 3:1 gegen den FC Thun/Schweiz (Hinspiel 2:2) ins Halbfinale ein. Der HSV trifft am 28. Juli und 4. August auf den FC Villareal aus Spanien, nächster Gegner der Gelsenkirchener ist der dänische Vertreter Esbjerg fB.

Dortmunds Nationalspieler Sebastian Kehl war nach der Pleite vor 47 800 Zuschauern gegen den Vorjahres-Vierten aus Belgien «im Grunde sprachlos. Wir hatten uns so viel vorgenommen. Jetzt fangen wir wieder bei Null an.» Zwei Kopfballtore von Igor de Camargo (13./86. Minute) entschieden die Partie. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte BVB-Kapitän Leonardo Dede (55.). «Wir haben einfach nur Scheiße gespielt. Anscheinend sind wir noch nicht so weit, international mitspielen zu können», zog Dede eine vernichtende Bilanz nach den ersten Pflichtspielen. Für den neuen BVB-Chefcoach Bert van Marwijk war das Aus «eine Riesenenttäuschung».

Im Gegensatz zu Dortmund zeigten sich Schalke und Hamburg der UI- Cup-Aufgabe gewachsen und können weiter mit der Teilnahme am lukrativen Uefa-Pokal planen. Vor rund 3000 Zuschauern in Skopje waren für die Gelsenkirchener Christian Pander (4.) und Ebbe Sand bei seinem Saison-Pflichtspieldebüt (16.) erfolgreich. Dem Brasilianer Vandeir (84.) gelang nur noch der späte Anschlusstreffer. «Nach dem hohen Sieg im Hinspiel war das nur noch eine Pflichtaufgabe. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, die noch viel besser spielen kann», lobte Schalke-Cheftrainer Jupp Heynckes sein Team.

27 117 Zuschauer in der Hamburger AOL-Arena sahen einen hoch überlegenen HSV, für den gegen Thun Bernardo Romeo (2./72.) und Neuzugang Emile Mpenza (65.) mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer im neuen Trikot erfolgreich waren. Für die Schweizer, die in der 2. Runde den VfL Wolfsburg ausgeschaltet hatten, erzielte Adrian Moser (80.) das einzige Tor. HSV-Trainer Klaus Toppmöller war hinterher total zufrieden. Vor allem das Zusammenspiel zwischen dem Ex-Schalker Mpenza und dem Rest der Mannschaft gefiel Toppmöller: «Ich bin begeistert, das wird immer harmonischer.»

Von Harmonie und Zufriedenheit war in Dortmund dagegen keine Rede. BVB-Vorstandsmitglied Stefan Reuter: «Wir wollten uns unbedingt für den Uefa-Cup qualifizieren. Damit sind wir klar gescheitert.» Als schlechtes Zeichen für die neue Bundesliga-Spielzeit wollte Reuter das 1:2 dennoch nicht bewerten. Dede hofft jetzt nur eines: «Vielleicht hat uns dieses Ergebnis frühzeitig wach gerüttelt.»

Coach van Marwijk ließ kaum ein gutes Haar an seinem Team, das «in der ersten Halbzeit nahezu alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte». Dem Niederländer ist klar geworden, dass der BVB ohne die EM-Teilnehmer Tomas Rosicky, Jan Koller und Niclas Jensen kaum bestehen kann. Allerdings ist möglich, dass umworbene Spieler wie Koller oder Rosicky nun aus finanziellen Gründen abgegeben werden. Für Sunday Oliseh hat das peinliche Aus wenigstens einen guten Effekt: «Die Bundesliga ist nun das einzig Wichtige.»

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