Maßnahmen gegen drohenden Preisverfall
Opel will höhere Preise durchsetzen und Händlernetz straffen

Der Autohersteller Opel will künftig höhere Preise für seine Personenwagen auf dem deutschen Markt durchsetzen. Um den Preisverfall zu stoppen, plant das Unternehmen ein Bündel von Maßnahmen, das vor allem die Opel-Händler betrifft.

dpa MAASTRICHT. Wie Opel-Verkaufsvorstand Andrej Barcak am Montagabend mitteilte, soll Anfang des nächsten Jahres das Margensystem, also die Gewinnspanne der Händler, verändert werden. "Wir wollen das System leistungsbezogener machen", sagte der Vertriebschef. Das würde bedeuten, dass die reguläre Spanne zwischen dem Werksabgabepreis und der Preisempfehlung für den Endverbraucher kleiner wird, und dass besonders erfolgreiche Händler zusätzliche Rabatte eingeräumt bekommen. Normalerweise liegt die Handelsspanne für gängige Modelle zwischen 15 und 20 %. Gleichzeitig will Opel das Netz seiner Haupthändler straffen. Ihre Zahl soll nach Angaben des stellvertretenden Opel - Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Strinz von bisher knapp über tausend auf etwa 500 schrumpfen. In ihren so genannten Marktverantwortungsgebieten werde es aber noch zahlreiche Zweig- und Servicebetriebe geben, so dass den Kunden noch über 2 000 Opel - Partner zur Verfügung stünden.

Um gegen den Preisverfall vorzugehen, haben die Opel-Händler nach Angaben von Barcak ihren Gebrauchtwagen-Bestand seit Jahresbeginn von 128 000 auf 104 000 reduziert. Außerdem werde Opel seine - besonders preisgünstigen - Lieferungen an Autovermieter in diesem Jahr von 70 000 auf 60 000 und im nächsten Jahr zumindest auf 50 000 verringern. Die Autovermieter verkaufen ihre Wagen in der Regel nach vier bis sechs Monaten Laufzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt und behindern damit zusätzlich den Neuwagenverkauf. Besonders betroffen von dem Preisverfall sind die größeren Opel-Modelle Vectra und Omega. Sie waren nach den Notierungen der Schwacke-Eurotax-Marktbeobachtung nach zwei bis drei Jahren nur noch die Hälfte ihres Listenpreises wert.

Preisstabilisierend soll auch der Verzicht auf Tageszulassungen wirken. Opel-Händler haben laut Strinz schon seit einiger Zeit darauf verzichtet, Neuwagen pro forma für den Verkehr zuzulassen, um sie dann mit erheblichen Rabatten als Gebrauchtwagen verkaufen zu können. Nach Angaben von Strinz sind in manchen Jahren von allen Herstellern in Deutschland 350 000 Fahrzeuge mit Tageszulassungen in den Verkehr gebracht worden.

Die veränderte Preispolitik des seit Jahren von roten Zahlen geplagten Autoherstellers werden schon die Kunden des neuen Kleinwagens Corsa zu spüren bekommen. Das Auto, das von Oktober an verkauft wird, ist laut Preisliste nicht mehr unter 20 900 DM zu haben. Das Vorgängermodell gab es vor einem halben Jahr noch für knapp 19 000 DM. Opel begründet den kräftigen Anstieg mit einem vergrößerten Raumangebot, verbesserter Technik, einer solideren Karosserie und serienmäßigem ABS-Bremssystem.

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