Maßnahmen werden verstärkt
G 8 sieht Terror-Gefahr ungebrochen

Die Innen- und Justizminister der führenden Industrieländer (G 8) sehen die Bedrohung durch den Terrorismus als unverändert an und verstärken ihre Abwehrmaßnahmen. "Wahrscheinlich wird es die Terrorismus-Bedrohung noch lange Zeit geben", sagte der französische Innenminister Nicolas Sarkozy am Montag in Paris nach einer ersten Beratungsrunde der G-8-Fachminister.

HB/dpa PARIS. "Alle sind von der Notwendigkeit überzeugt, dass wir in der Wachsamkeit nicht nachlassen dürfen." Die Minister hätten beschlossen, ihren Informationsaustausch noch zu vertiefen und dabei auf Gegenseitigkeit zu achten, sagte er.

US-Justizminister John Ashcroft betonte nach den Angaben von Sarkozy wie wesentlich die Zusammenarbeit der Geheimdienste bei der Terrorismus-Abwehr sei. Das Terrornetz El Kaida Osama bin Ladens habe sich nach der Zerschlagung seiner Strukturen in Afghanistan sicherlich in andere Länder zurückgezogen, erläuterte Sarkozy, "wahrscheinlich in Richtung Tschetschenien und Georgien".

Die G-8-Länder suchen nach neuen Wegen, sich gegen Terroristen zu wappnen. Trotz der Verstimmung zwischen Washington und Paris wegen des Irak-Krieges werden die USA und Frankreich gemeinsam eine G-8-Arbeitsgruppe zur Biometrie leiten. Führende Experten sollen bis zum Jahresende prüfen, ob Strich-Codes oder ein Chip im Ausweispapier biologische Besonderheiten für eine sichere Identitätskontrolle festhalten sollten. "Solche Techniken sind dringend", sagte Sarkozy.

Das eintägige Treffen, bei dem auch ein abgestimmteres Vorgehen gegen Geldwäsche und Kinderpornografie erörtert wurde, bereitet den G-8-Gipfel Anfang Juni in Evian vor. Im Kampf gegen das Organisierte Verbrechen und die Finanzierung des Terrorismus wollten die Minister 29 Leitlinien zur verstärkten gegenseitigen Hilfe beschließen. Dabei geht es auch um das Einfrieren oder den Einzug von verdächtigen Geldern. Elf Grundsätze sollen dem verbesserten Austausch über DNS- und gentechnische Informationen unter den G-8-Staaten dienen.

Mit Ashcroft ist erstmals seit der Verärgerung zwischen den USA und Frankreich wegen des Irak-Krieges wieder ein führender Vertreter Washingtons in Paris. Frankreichs Justizminister Dominique Perben wollte mit Ashcroft über die seiner Auffassung nach "rechtsfreie Lage" der Gefangenen aus Afghanistan reden, die auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay festgehalten werden. Unter ihnen sind sechs Franzosen.

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