Maßnahmen zur finanziellen Rettung angelaufen
Krisengipfel beriet über Zukunft von Swissair

Regierung und Wirtschaft in der Schweiz wollen einen finanziellen Absturz der Swissair verhindern. Zur Koordination von Maßnahmen zur Rettung der angeschlagenen Fluglinie wurde am Wochenende der frühere Zürcher Abgeordnete und Unternehmer Ulrich Bremi eingesetzt. Unter Führung der Wirtschaft sollen die Banken, die Fluggesellschaft, die Beschäftigten, der Bund und der Kanton Zürich eine rasche Rekapitalisierung der Swissair Group auf die Beine stellen, wie das Schweizer Finanzministerium am Sonntag mitteilte.

ap BERN. An einem Krisengipfel in der Nähe von Bern nahmen am Samstagabend Bundespräsident Moritz Leuenberger und Finanzminister Kaspar Villiger als Vertreter des Bundes, Swissair-Chef Mario Corti und Verwaltungsratsvizepräsident Benedict Hentsch von der Fluggesellschaft, Economiesuisse-Präsident und Swissair-Verwaltungsrat Andres F. Leuenberger als Vertreter der Wirtschaft sowie der vom Spitzenverband der Wirtschaft kontaktierte Bremi teil.

Sie waren sich laut Mitteilung einig, dass das nachhaltige Überleben der Swissair für die Schweizer Flughäfen und somit für den Wirtschaftsstandort Schweiz überhaupt bedeutsam sei. Eine realisierbare Lösung soll bereits in den nächsten Tagen skizziert werden. Ziel der Aktion sei eine nachhaltige Bereinigung der Finanzlage der Swissair. Die Kapitalbeschaffung läuft unter zwei Bedingungen an: Einerseits muss die Swissair ein an langfristigen Erfolgschancen orientiertes Sanierungskonzept präsentieren.

Anderseits muss ein breit abgestützter Konsens zur Umsetzung vorliegen. "Wir begrüßen die Initiative sehr", sagte Swissair-Kommunikationschef Rainer Meier auf Anfrage. Man arbeite auf Hochdruck am neuen Sanierungsplan, der den Folgen der Terroranschläge in den USA angepasst werden müsse. Auf das weitere Vorgehen angesprochen, sagte Bremi lediglich: "schnell". Die außerordentliche Generalversammlung der Swissair Group sei auf den 9. November angesetzt, und die Einladung müsse 20 Tage zuvor erfolgen. Zum voraussichtlichen Volumen der Sanierung wollten sich die Beteiligten am Sonntag nicht äußern.

Die Luftverkehrsholding stand Mitte des Jahres unter einer erdrückenden Schuldenlast von 15 Mrd. Franken (rund 20 Mrd. DM/zehn Mrd. ?), der eine hauchdünne Eigenkapitaldecke von 555 Mill. Franken gegenüberstand. Allein in der Woche nach den Terroranschlägen hatte die Swissair nach eigenen Schätzungen weitere Ertragsausfälle von 65 Mill. Franken hinnehmen müssen. Hinzu kommen erwartete Einbrüche beim Passagieraufkommen im Nordatlantikverkehr bis zu 15 % und bis zu 10 % auf den übrigen Routen.

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