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Massu scheitert nach Eklat in Marathon-Match

Nach einem Eklat und dem zweitlängsten Spiel der 123-jährigen US-Open-Geschichte hat sich Doppel-Olympiasieger Nicolas Massu unrühmlich aus der Einzel-Konkurrenz in Flushing Meadows verabschiedet.

dpa NEW YORK. Nach einem Eklat und dem zweitlängsten Spiel der 123-jährigen US-Open-Geschichte hat sich Doppel-Olympiasieger Nicolas Massu unrühmlich aus der Einzel-Konkurrenz in Flushing Meadows verabschiedet.

Im 5:09 Stunden langen Zweitrunden-Match gegen Sargis Sargsian entging der Chilene nach einem vergebenen Matchball nur knapp der Disqualifikation und verlor am Ende 7:6 (8:6), 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 4:6. "Ich kann nicht glauben, dass ich verloren habe. Ich kann nicht glauben, was passiert ist", stammelte Massu nach dem Match gegen Sargsian immer wieder.

Der armenische Doppel-Partner von Karsten Braasch, zuvor noch Verlierer gegen Massu und Fernando Gonzalez, sank nach seinem verwandelten Matchball auf die Knie auf Platz 11, wo sich zuvor wilde Szenen abgespielt hatten. Lautstarke chilenische und armenische Fans unter den 2000 Zuschauern hatten für Daviscup-Atmosphäre gesorgt, als Massu nach dem verlorenen Tiebreak zum wiederholten Mal ausrastete und seinen Schläger so kraftvoll auf den Boden schleuderte, dass er zwei Meter hoch in die Luft flog - aber heil blieb.

Die dritte Verwarnung kam trotzdem und bedeutete den kampflosen Gewinn des ersten Spiels in Satz fünf für Sargsian. Massu schimpfte wegen der aus seiner Sicht falschen Regelauslegung weiter auf den portugiesischen Stuhl-Schiedsrichter Carlos Ramos, der Unterstützung durch den langjährigen Wimbledon-Oberschiedsrichter Alan Mills und US-Open-Oberschiedsrichter Brian Earley bekommen hatte. "Der Junge muss seinen Kopf benutzen. Die ersten beiden Verwarnungen waren o.k., die dritte nicht. Alle Spieler werfen ihre Schläger. Der wird nie wieder Schiedsrichter bei mir sein", wetterte Massu später, gestand aber auch ein: "Deswegen habe ich nicht verloren. Ich habe schlecht gespielt."

Mit Massu und dem Amerikaner Mardy Fish schieden die letzten Einzel-Medaillengewinner von Athen aus. Fish scheiterte mit 3:6, 6:1, 6:3, 3:6, 3:6 am tschechischen Qualifikanten Michal Tabara. Der Amerikaner wollte von einem olympischen "Kater" indes nichts wissen: "Die Spiele haben mir geholfen. Sie haben mir mehr Selbstvertrauen gegeben." Der mit Bronze dekorierte Fernando Gonzalez war schon am Mittwoch gescheitert. Von den Medaillengewinnern im Doppel ist Nicolas Kiefer noch im Einzel dabei, Rainer Schüttler dagegen nur noch im Doppel dabei. Die drittplatzierten Kroaten Mario Ancic und Ivan Ljubicic strichen bereits in beiden Wettbewerben die Segel.

"Es ist nicht einfach, aus Athen hierher zu kommen", meinte Olympiasiegerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien nach dem mühsamen 6:2, 5:7, 6:2 über die Weltranglisten-133. Tzipora Opziler aus Israel. "Die Olympischen Spiele sind ein großes Turnier und eine andere Erfahrung. Eine Woche später kommt schon wieder ein Grand Slam mit viel Druck und einer anderen Atmosphäre."

French-Open-Siegerin Anastasia Myskina hatte zwar eine Medaille verpasst, das verlorene Olympia-Halbfinale gegen Henin-Hardenne beschäftigt aber noch immer die sensationell ausgeschiedene Russin. "Dieses Halbfinale wird für immer in meinem Kopf bleiben. Vielleicht konnte ich mich danach nicht richtig erholen", sagte Myskina nach dem 6:7 (3:7), 3:6 im rein russischen Vergleich gegen die 17-jährige Anna Schakwetadse. Die 174. der Weltrangliste bestreitet in New York ihr erstes Grand-Slam-Turnier. Die Bronzemedaille hatte Myskina an Alicia Molik verpasst, die Australierin ist in Flushing Meadows ebenfalls schon draußen.

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