Matchnet übernimmt Online-Kontaktbörse
Singles sollen für Kuppel-Service Flirtmaschine.de zahlen

Der Single-Website-Betreiber Matchnet übernimmt die deutsche Internet-Kontaktbörse Flirtmaschine.de vom Berliner Software Agentscape AG. -Entwickler Matchnet will das Angebot von Flirtmaschine.de in seinen deutschen Service integrieren - und von den Nutzern künftig Gebühren verlangen.

DÜSSELDORF. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Eine "kleine Barzahlung" sei der erste Schritt, erklärte Matchnet -Sprecher Elmar Bob auf Anfrage von Handelsblatt.com lediglich. Der zweite Teil der Summe werde über eine erfolgsabhängige Umsatzbeteiligung beglichen. Zwischen 30 und 50 Prozent der Erträge sollen an den bisherigen Flirtmaschine.de -Betreiber Agentscape AG gehen. Diese Vereinbarung gelte, "bis der gesamte Kaufpreis erreicht ist".

Mit der Übernahme des Konkurrenten Flirtmaschine.de will Matchnet für seinen bislang kostenlosen Single-Dienst in Deutschland ab Januar 2002 Gebühren einführen. Mit einem solchen Modell verdient das Unternehmen in den USA bereits Geld. Zahlen müssen nur aktive Nutzer. Wer sich lediglich registrieren lässt, um die Einträge der andern Mitglieder anzusehen oder um kontaktiert zu werden, zahlt nichts. Wer nach einem Streifzug durch das Angebot an potenziellen Partnern selbst die Initiative ergreifen will, den kostet dies 20 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr.

In den USA zahlen je nach Angebot zwischen drei und zehn Prozent der Nutzer für eine aktive Mitgliedschaft. Konkrete Umsatzprognosen für Deutschland lehnt Matchnet-Sprecher Bob ab: "Wir wissen nicht, wie die Deutschen reagieren."

400 000 deutsche Singles im Netz

Nach der Integration der mehr als 220 000 Flirtmaschine-Mitglieder werden nach Unternehmensangaben 350 000 bis 400 000 Singles in der deutschen Datenbank registriert sein. Weltweit hat Matchnet dann vier Millionen registrierte Nutzer.

Seit April schreibt Matchnet nach eigenen Angaben schwarze Zahlen. Im August 2001 betrug der Nettogewinn knapp 190 000 Euro. Im Januar 2001 berichtete die Gesellschaft noch einen Nettoverlust. Nach den Terroranschlägen seien die Mitgliedszahlen nochmals um 30 Prozent gestiegen, so Bob. "Offenbar wollen die Leute gerade jetzt in allein sein, gehen gleichzeitig aber nicht soviel raus".

Auch Agentscape-Chef Covaci zeigt sich vom Erfolg der Internet-Partnersuche überzeugt. Dass sich der Entwickler dennoch von Flirtmaschine.de trennt, sieht er nicht als Widerspruch. "Unsere Kernkompetenz ist das Software-Geschäft", sagt er, "um das Geldverdienen soll sich ein Profi kümmern."

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