Material wird vermisst
Inspektoren durchsuchen Rüstungsfabrik in Bagdad

In einem irakischen Militärkomplex fehlen den UNO-Waffeninspektoren zufolge Ausrüstungsgegenstände, die bei früheren Inspektionen markiert wurden.

Reuters BAGDAD/WASHINGTON. Wie die Inspektoren am Montag mitteilten, waren die Gegenstände 1998 von Inspektoren im Karamah-Komplex in Bagdad gekennzeichnet worden. Irak habe mitgeteilt, sie seien entweder durch alliierte Luftangriffe zerstört oder in andere Einrichtungen gebracht worden. Es war das erste Problem dieser Art seit dem Beginn der Inspektionen vor fünf Tagen. US-Präsident George W. Bush äußerte Zweifel an der Bereitschaft Iraks zur Zusammenarbeit mit den Inspektoren.

Aus Kreisen der Vereinten Nationen (UNO) erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, Irak habe mitgeteilt, wohin die Gegenstände gebracht worden seien. "Wenn die Zeit gekommen ist, werden unsere Inspektoren ihre Angaben überprüfen", hieß es. Aus den Kreisen war keine Einschätzung darüber zu erhalten, wie schwerwiegend der Vorfall zu bewerten sei. Karamah war einer der wichtigsten Orte für die irakische Raketenentwicklung. Die Inspektoren verbrachten dort am Montag sechs Stunden. Zudem besuchten sie private Destillerien im Norden des Landes. Den Inspektoren zufolge waren zwei der Anlagen noch nie untersucht worden. Der Zugang sei sofort gewährt worden. Bei ihren jüngsten, vor fünf Tagen begonnenen Untersuchungen, haben die UNO-Inspektoren bislang keine Beweise für das von den USA vermutete Programm für Massenvernichtungswaffen gefunden. Bis zum 8. Dezember muss Irak eine genaue Aufstellung über sein Waffen- und Raketenprogramm vorlegen.

Bush sagte vor ranghohen Militärs im US-Verteidigungsministerium, jede Verzögerung oder Ablenkungsversuche von Seiten Iraks würde beweisen, dass Staatschef Saddam Hussein den Weg des Friedens ablehne. Die USA würden genau beobachten, ob Saddam sein Verhalten geändert habe und freiwillig kooperieren wolle. "Bislang sind die Anzeichen nicht ermutigend", sagte Bush.

In den Flugverbotszonen im Irak kam es am Montag wieder zu Gefechten. Das US-Militär teilte mit, amerikanische und britische Kampfflugzeuge hätten auf einen Beschuss in der nördlichen Zone mit Angriffen auf irakische Luftabwehrstellungen reagiert. Ein Sprecher der irakischen Armee teilte mit, die Flugzeuge hätten als erste angegriffen. Am Wochenende hatte sich Irak bei der UNO über die Kampfflugzeuge beschwert. Die nach dem Golfkrieg eingerichteten Zonen sollen die Bevölkerung im Norden und Süden des Iraks vor Übergriffen der Regierung schützen. Irak erkennt die Zonen jedoch nicht an.

Die USA werfen Irak vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Iraks Regierung weist die Vorwürfe zurück. Die UNO - Inspektoren sollen feststellen, ob Irak über diese Waffen verfügt oder nicht. Die USA haben erklärt, das Land notfalls mit Gewalt entwaffnen zu wollen.

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