Mathias Entenmann, 36 ist der Gründer von Paybox, dem Bezahl-Dienst per Handy in Raunheim bei Frankfurt
Wie fühlt man sich eigentlich...Herr Entenmann?

, wenn man sein Produkt vom Heimatmarkt nehmen und sein Geschäft stark verkleinern muss?*

Ich bin einerseits frustriert, sehe aber andererseits eine große Herausforderung darin, Paybox unter veränderten Rahmenbedingungen weiter zu betreiben. Ich muss einen Dienst, der gerade gut angelaufen war und zufriedene Kunden hatte, erst mal wieder vom Markt nehmen. Mich bedrückt, dass ich mich von guten Mitarbeitern trennen muss.

Für die Geschäftsentwicklung habe ich ganz deutlich Licht am Ende des Tunnels gesehen. Um den Markt erfolgreich zu durchdringen, brauchen wir Partner, die das Produkt möglichst vielen eigenen Kunden kostengünstig anbieten. Ich glaube weiter an das Bezahlen per Handy. In Österreich läuft es sehr gut, da kann man etwa ein Bahnticket über SMS kaufen. Überall, ohne am Schalter Schlange zu stehen und selbst auf dem Bahnsteig in letzter Minute. In Wien geht das mit unserem Partner Mobilkom Austria.

Schuld an der bisher langsamen Verbreitung hier waren nicht die Konsumenten. Aber das Erschließen eines Massenmarktes dauert. Die Kreditkarte brauchte dafür 20 Jahre. Paybox kann alleine in diesem riesigen Markt zu wenig bewegen. Ich bedauere, dass es bei Banken und Telekom-Gesellschaften an Kooperationsbereitschaft mangelte und sie viel Geld in Parallelentwicklungen stecken, statt mit uns einen schnellen, günstigen Markteintritt zu realisieren.

Die Frage stellte Claudia Tödtmann

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* Das New-Economy-Unternehmen Paybox wurde 1999 von Mathias Entenmann gegründet. Die Deutsche Bank stieg mit bei ihm ein, blieb aber nur bis Ende 2002 dabei. In Österreich macht Entenmann mit Mobilkom Austria (A1) noch weiter, konzentriert sich aber jetzt aufs B-to-B-Geschäft als Systemanbieter für Banken und Telekomm-Anbieter. Von 100 Mitarbeitern bleiben nur noch zwischen 20 und 40 übrig.

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