Archiv
Matthäus genießt persönlichen Triumph

Kaiserslautern (dpa) - Nach der triumphalen Rückkehr in die Heimat schwebte Lothar Matthäus auf Wolke sieben und ließ sich auch vom gescheiterten Wechsel zu Besiktas Istanbul nicht die gute Laune verderben.

Kaiserslautern (dpa) - Nach der triumphalen Rückkehr in die Heimat schwebte Lothar Matthäus auf Wolke sieben und ließ sich auch vom gescheiterten Wechsel zu Besiktas Istanbul nicht die gute Laune verderben.

«Wir haben dem ungarischen Volk gezeigt, dass man an den ungarischen Fußball wieder glauben kann. Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Sie hat die Niederlage von 1954, die immer noch ein großes Thema ist, heute vergessen gemacht», schwärmte Matthäus und schwelgte nach dem 2:0 der Magyaren im Jubiläums-Länderspiel gegen Deutschland in Superlativen.

Auch Rudi Völler gönnte seinem langjährigen Weggefährten in der Nationalmannschaft das Erfolgserlebnis und stattete seine Gratulation ab: «Für den Lothar freut es mich, er hat es sich verdient. Er ist auf dem richtigen Weg, egal wie seine Zukunft aussieht.» Matthäus will sich zwar für alles offen zeigen, doch nach der Absage aus Istanbul spricht jetzt wieder vieles für eine Vertragserfüllung in Ungarn bis Ende 2005.

Der türkische Spitzenclub, der sich laut Präsident Yildirim Demirören schon mit Matthäus einig war, verpflichtete den bei Real Madrid vor einem Jahr entlassenen Vicente del Bosque als neuen Trainer. «Ich habe immer gesagt, dass die Diskussionen über meine Verbindungen nach Istanbul übertrieben waren», sagte Matthäus, der in seiner Karriere-Planung weiter Zick-Zack-Kurs steuert.

Obwohl er mit Ungarn gern bei der «Heim»-WM 2006 in Deutschland dabei wäre, liebäugelt er auch mit einem Engagement bei einem Verein. «Mir fehlt das Tagesgeschäft, wo ich Dinge verbessern und eine Mannschaft nach meinen Vorstellungen zusammenstellen kann», gab der 43-Jährige zu.

In der Stunde des persönlichen Triumphes rückte all dies jedoch in den Hintergrund. «Ich werde dieses Ergebnis und Erlebnis erst einmal genießen, bevor die nächsten schweren Aufgaben warten», sagte Matthäus, der den Sieg gegen seinen alten Kumpel Völler in vollen Zügen genoss. «Meine Mannschaft ist von Beginn an selbstbewusst aufgetreten und hat großes Herz bewiesen», lobte Ungarns Nationalcoach seine Verlegenheitself, die sich fünf Tage zuvor beim 1:2 in China noch blamiert hatte. Matthäus steht nun zugleich als großes Trainer-Schlitzohr da: Öffentlich täuschte er im Vorfeld mit der Begründung von 22 Absagen ungarische Schwäche vor, intern aber redete er seine Spieler stark.

Für den deutschen Rekordnationalspieler war es der erste große Erfolg in seiner Karriere als Auswahl-Coach. «Dieses überraschende Ergebnis hat bei mir ein unheimliches Glücksgefühl ausgelöst», berichtete Matthäus. Danach verabschiedete er sich gut gelaunt in den Urlaub in die Schweiz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%