Matthäus hadert mit dem Schiedsrichter
Schwarzer Fußball-Abend für die Insel

Geld ist eben doch nicht alles. Diese bittere Erkenntnis mussten am zweiten Spieltag vor allem die englischen Klubs zur Kenntnis nehmen. Nicht nur dass ManU in Stuttgart entzaubert wurde, Chelseas Millionentruppe musste sich daheim von Besiktas Istanbul demütigen lassen.

HB HAMBURG. Lothar Matthäus ärgerte sich nur über die Leistung des Schiedsrichters, England beklagte dagegen einen schwarzen Abend in der Champions League. Vor allem der Londoner Vorortklub bekam nach der Heimpleite sein Fett weg. "Chelsea ein 160-Millionen-Flop", fällte die Zeitung "Daily Mail" nach dem 0:2 der Londoner Startruppe ein vernichtendes Urteil.

Das von dem russischen Ölmilliardär Roman Abramowitsch mit Millionen-Spritzen aufgepäppelte Fußballteam kassierte durch Sergen Yalcin (24./29.) seine bisher bitterste Niederlage und erntete dafür Hohn und Spott. "Romans Imperium fällt vor den Klasse-Türken", schrieb der "Daily Express", und "The Guardian" stellte fest: "Besiktas lässt Chelseas Seifenblase platzen."

In die Kritik geriet vor allem Trainer Claudio Ranieri, der seine Elf erneut auf mehreren Positionen verändert hatte. "Er will es Michelangelo gleichtun und eine Marmorstatue aus einem Block formen, doch dabei rutschte ihm der Meißel gewaltig ab", zog der "Daily Telegraph" einen gewagten Vergleich.

Rekord-Nationalspieler Matthäus stempelte derweil nach der 0:3- Niederlage von Partizan Belgrad bei Olympique Marseille den italienischen Schiedsrichter Domenico Messina zum Sündenbock, der Andrija Delibasic Sekunden vor der Halbzeit wegen wiederholten Foulspiels des Feldes verwiesen hatte. "Er hat Olympique geholfen und mit zweierlei Maß gemessen. Er hat dem Einfluss des Publikums nachgegeben", ereiferte sich Matthäus, während das Blatt "Vecernje novosti" beklagte: "Messina hat gemogelt."

Zum Schreckgespenst für die Belgrader Abwehr wurde Didier Drogba. Der 25-Jährige von der Elfenbeinküste schoss Olympique mit einem lupenreinen Hattrick (62./68./85.) zum Erfolg. "Partizan muss sich wegen der Niederlage nicht schämen, aber sie kann die weitere Teilnahme an der Champions League kosten", schrieb die Zeitung "Glas javnosti".

Das Gerede von einer angeblichen Auswärtsschwäche führte Real Madrid auf eindrucksvolle Weise ad absurdum. "Real macht die Blamage vom 0:2 in Valencia vergessen", schrieb "El Mundo" nach dem 3:1 der "Königlichen" beim FC Porto. Der Argentinier Hernan Solari, sonst eher im Schatten der Stars, sorgte mit dem Treffer zum 2:1 kurz vor der Halbzeit für die Wende, nachdem der Spitzenreiter der Gruppe F zunächst einem Rückstand hinterher laufen musste. Zinedine Zidane, wegen einer Platzwunde am Kopf mit Turban spielend, gelang das dritte Tor. "Drei Ohrfeigen - und Porto war erledigt", bemerkte "ABC".

Als Minimalisten erwiesen sich einmal mehr die Spieler von Cup- Verteidiger AC Mailand. "Ein einziger Schuss aufs Tor. Ancelotti, tu was", forderte die "Gazzetta dello Sport" den Coach nach der kläglichen Nullnummer bei Celta de Vigo auf. Für Carlo Ancelotti war es "ein hässlicher Abend mit einem schönen Ergebnis. Als positiv kann ich nur den Einsatz und die optimale Abwehr verbuchen". Nach vorne ging dagegen gar nichts. Milan bleibt ein Meister der Effektivität: Nur ein Tor aus zwei Spielen genügt zur Führung in der Gruppe H vor Ajax Amsterdam, dank zweier Tore von Wesley Sonck 2:0-Sieger über Borussia Dortmund-Bezwinger FC Brügge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%