Maul- und Klauenseuche könnte übertragen werden
Höhn fordert erneut Verschiebung der Atommüll-Transporte

Der Rücktransport von Atommüll aus La Hague nach Deutschland berge das Risiko die Maul- und Klauenseuche einzuschleppen. Die Wiederaufbereitungsanlage stehe genau in der Region, in der die Seuche festgestellt worden sei.

Reuters BERLIN. Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat ihre Forderung nach einer Verschiebung der bevorstehenden Atommüll-Transporte aus Frankreich wegen der Maul- und Klauenseuche erneuert. Der Transport der so genannten Castor-Behälter werde von einem großem Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet und berge daher ein erheblich größeres Risiko als herkömmliche Züge, sagte Höhn am Freitag im Deutschlandfunk. Die Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague liege genau in der Region, in der die Klauenseuche festgestellt worden sei. Jegliche Transporte aus diesem Gebiet müssten minimiert werden.

Sollte es in den nächsten Wochen auch in Deutschland erste Fälle der Tierseuche geben, sei die Polizei mit der Kontrolle der dann notwendigen Sperrbezirke und der Sicherung des Atommüll-Transports überfordert, fügte Höhn hinzu. La Hague liegt im Nordosten Frankreichs, rund 150 Kilometer vom MKS-betroffenen Departement Mayenne entfernt. Von dort sollen erstmals seit vier Jahren wieder Castor-Behälter ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Bernd Ollenschläger vom Tierseuchen-Krisenstab in Bonn sagte, auf Bitten des Bundesumweltministeriums werde jetzt geklärt, wo genau der Transport entlang fahren werde. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Genehmigungsbehörde hat nach eigenen Angaben keine Möglichkeit, den Transport zu stoppen.

In der Diskussion über eine Rückkehr zur Pflichtimpfung gegen die Klauenseuche forderte Höhn die Europäische Union (EU) auf, das in den 90er-Jahren erlassene Impfverbot zu überdenken. Wenn die Klauenseuche in Deutschland ausbrechen sollte, müsse eine Ringimpfung im Umkreis um die Seucheherde erwogen werden. Der Deutsche Bauernverband hatte am Donnerstag gefordert, angesichts des Übergreifens der Seuche auf Frankreich das Impfverbot aufzuheben.

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