Maul- und Klauenseuche
Schlachter vermutlich von verwesender Kuh infiziert

In Großbritannien hat sich ein Schlachter vermutlich durch eine verwesende Kuh mit der Maul- und Klauenseuche infiziert. Der Mann habe auf einem Schlachthof in der nordenglischen Grafschaft Cumbria verwesende Kuhkadaver entsorgt, als ein Tier platzte und Flüssigkeit in seinen Mund gelangte, teilte ein Sprecher von Regierungschef Tony Blair am Dienstag mit. Für die Bevölkerung stelle die Seuche "kein Gesundheitsrisiko" dar, betonte der Sprecher erneut.

afp LONDON. Ein Sprecher des britischen Gesundheitsministeriums hatte am Montagabend bestätigt, dass der Mann Symptome von MKS zeige. Sein Zustand gebe jedoch keinen Anlass zur Besorgnis. Die Seuche sei für den Menschen nicht gefährlich und äußere sich lediglich in einem leichten Fieber. Die Gefahr einer Epidemie bestehe nicht. Die Testergebnisse sollten frühestens am Dienstag vorliegen.

Sorge um Lage der Schlachthofarbeiter

Landwirtschaftsminister Nick Brown zeigte sich besorgt über die Lage der Schlachthofarbeiter. Zwar sei die Krankheit ungefährlich, doch sollten bessere Maßnahmen zum Schutz der mit der Keulung und Entsorgung beschäftigten Arbeiter getroffen werden. Erstmals hatte sich 1966 ein Verkäufer landwirtschaftlicher Maschinen in Großbritannien mit der Maul- und Klauenseuche infiziert. Er erlitt jedoch keine bleibenden Schäden. Insgesamt sind nach Informationen der britischen Zeitung "The Times" weltweit 40 Fälle seit 1 834 bekannt, in denen sich Menschen mit der Maul- und Klauenseuche ansteckten.

Unterdessen mehren sich die Proteste der britischen Bevölkerung gegen die Verbrennung der Kadaver wegen der Freisetzung krebserregenden Dioxins. Im walisischen Nationalpark Brecon Beacons protestierten Anwohner gegen die Verbrennung von 180 000 Schafkadaver, so dass die Behörden das Vorhaben stoppten. Sie hatten über Halsweh und andere Beschwerden nach den Feuern geklagt. Ähnliche Proteste gab es auch in Nordirland und Südwestengland. Nach Regierungsangaben wurde im schwarzen Nebel der Scheiterhaufen in den ersten sechs Wochen 63 Gramm Dioxin freigesetzt.

Umweltprobleme im Trinkwasser

Umweltprobleme ergeben sich auch beim Trinkwasser: Anfang April mussten im Nordwesten 900 Schafkadaver wieder ausgegraben werden, weil sie drohten, das Trinkwasser zu vergiften. Sie waren aus Versehen in der Nähe einer Quelle begraben worden und mussten woanders verscharrt werden. Die Krankheit kann sich durchs Trinkwasser übertragen.

Insgesamt sind seit Ausbruch der Seuche vor zehn Wochen 2,1 Millionen Tiere, vor allem Rinder, Schafe und Schweine, getötet oder zur Tötung bestimmt worden. Am Dienstag waren 1 456 Betriebe von der Krankheit betroffen. Am meisten Fälle wurden in Cumbria gezählt.

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