Maul- und Klauenseuche soll sich weiter ausbreiten
Experten befürchten dramatische Ausweitung von MKS

Die bisherigen Maßnahmen grenzen die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche bisher nicht ein. In den Niederlanden bestätigte sich nahe der bundesdeutschen Grenze ein vierter Fall der Tierseuche. Die Zahl der betroffenen Höfe in Großbritannien stieg auf 560.

ap AMSTERDAM/LONDON. Die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche scheint sich weder durch Massenschlachtungen noch durch strengere Vorsichtsmaßnahmen aufhalten zu lassen. In den Niederlanden wurde am Samstag in der an Nordrhein-Westfalen grenzenden Provinz Gelderland ein vierter MKS-Fall bestätigt. In Großbritannien stieg die Zahl der betroffenen Höfe bis zum Sonntag auf 560. Experten fürchten eine weitere dramatische Ausbreitung, die britische Regierung kündigte eine Ausweitung des Schlachtprogramms an.

Der vierte Fall der hoch ansteckenden Krankheit in den Niederlanden trat auf einem Betrieb bei Nijbroek auf, nur wenige Kilometer von den Orten entfernt, in denen bereits Seuchenfälle bekannt wurden. Mehr als 2 000 Kälber des betroffenen niederländischen Hofes müssen laut Anweisung des Ministeriums notgeschlachtet werden. Aus vier anderen Orten in den südlichen Niederlanden wurden weitere Verdachtsfälle gemeldet. Untersuchungsergebnisse sollen Anfang der Woche vorliegen. Seit den ersten MKS-Fällen in den Niederlanden am Mittwoch sind bereits mehr als 20 000 Tiere notgeschlachtet worden.

Schlachtprogramm in Großbritannien wird ausgeweitet

Das britische Landwirtschaftsministerium erklärte unterdessen, ab sofort sollten nahezu alle Tiere in der Umgebung eines infizierten Hofs getötet werden. Das Ministerium formalisiere damit eine bereits angewandte Politik, erklärte Landwirtschaftsminister Nick Brown. Die Paarhufer in der Umgebung eines infizierten Hofs seien hochgradig gefährdet und könnten die Viruskrankheit weiter verbreiten. Bislang sind in Großbritannien wegen MKS bereits eine halbe Million Tiere notgeschlachtet worden oder sollen noch getötet werden.

Brown sagte, die Behörden hätten die Zeitspanne von der Diagnose der Krankheit bis zur Tötung des Tieres deutlich reduziert. Dies gebe Hoffnung auf eine Eindämmung der Seuche. Nach Ansicht des wissenschaftlichen Beraters der Londoner Regierung könnte auf der britischen Insel die Hälfte des Viehs der Seuche zum Opfer fallen. Wenn die Ausbreitung nicht gestoppt werde, müssten möglicherweise 50 % der Tiere getötet werden, sagte David King laut einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA. Einem Regierungsbericht zufolge werden bis Juni mehr als 4 400 Fälle von Maul- und Klauenseuche in Großbritannien erwartet.

Kein zusätzliches Geld aus der EU-Kasse

Die Staats- und Regierungschefs der EU äußerten sich auf ihrem Gipfeltreffen in Stockholm "besorgt über die ernste Lage" in der europäischen Landwirtschaft. Sie betonten aber, dass es keine zusätzlichen Mittel aus der EU-Kasse geben werde.

Nach dem Bekanntwerden des zweiten MKS-Falls in Frankreich verschärfte die Regierung ihre Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit. Ab Samstag durften keine Fleisch- oder Milchprodukte mehr exportiert werden, die nicht in einem speziellen Verfahren erhitzt wurden, wie Landwirtschaftsminister Jean Glavany mitteilte.

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