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Maut-Vorbereitung mit Problemen - Erst 37 000 Geräte eingebaut

Die Vorbereitungen für den Start der Lkw-Maut kommen auch im dritten Anlauf nur mühsam voran. Rund vier Monate vor dem neuen Starttermin am 1. Januar sind erst 37 000 Lastwagen mit den Geräten zur automatischen Erfassung ausgestattet. Das Bonus-Programm für Fuhrunternehmer, mit dem der Einbau der Geräte belohnt wird, wurde deshalb verlängert. Am neuen Starttermin halten aber sowohl die Bundesregierung als auch das Betreiberkonsortium Toll Collect fest. Die beiden ersten Anläufe waren im vergangenen Jahr gescheitert.

dpa-afx BERLIN. Die Vorbereitungen für den Start der Lkw-Maut kommen auch im dritten Anlauf nur mühsam voran. Rund vier Monate vor dem neuen Starttermin am 1. Januar sind erst 37 000 Lastwagen mit den Geräten zur automatischen Erfassung ausgestattet. Das Bonus-Programm für Fuhrunternehmer, mit dem der Einbau der Geräte belohnt wird, wurde deshalb verlängert. Am neuen Starttermin halten aber sowohl die Bundesregierung als auch das Betreiberkonsortium Toll Collect fest. Die beiden ersten Anläufe waren im vergangenen Jahr gescheitert.

Die Zahl von bislang 37 000 eingebauten Geräten wurde nach Angaben des Bundesverbandes Güterkraftverkehr (BGL) am Dienstag bei einem Treffen mit Toll-Collect-Chef Christoph Bellmer genannt. Das Konsortium wollte am Donnerstag keine aktuellen Angaben machen. Ein Sprecher bestätigte jedoch, dass von bislang 125 000 ausgelieferten Geräten die meisten noch in der Werkstatt liegen. Die Verzögerung bei der Auslieferung weiterer Geräte begründete er damit, dass zahlreiche Daten abgeglichen werden müssen.

Daten Nicht Immer Aktuell

Das Konsortium verfügt mittlerweile über die Daten von 460 000 Lastwagen, die aber nicht immer auf dem neuesten Stand sind. Weil neue Software verwendet wird, lässt Toll Collect auch alle 120 000 Geräte wieder auswechseln, die vor den ersten beiden Startterminen bereits eingebaut waren. Mit den Erfassungsgeräten - so groß wie ein Autoradio - kann die Autobahn-Gebühr über ein Satellitensystem abgebucht werden. Möglich ist aber auch die Bezahlung im Internet oder an Automaten.

Ziel war bislang, mit 500 000 Geräten starten zu können. Jetzt legt sich das Konsortium nicht mehr darauf fest, dass am 1. Januar tatsächlich so viele Geräte eingebaut sind. "Wir können auch mit weniger Geräten starten", sagte Sprecher Harald Lindlar. Bis zum Jahreswechsel sollten aber möglichst viele Lastwagen ausgestattet werden. Das bislang auf Ende Oktober befristete Bonus-Programm wurde deshalb um zwei Monate verlängert. 50 ? Prämie bekommt nun, wer das Gerät vor dem 1. Oktober bestellt und bis zum Jahreswechsel einbauen lässt. Das Angebot gilt aber für maximal 200 000 Lkw.

Warnung VOR Verkehrschaos

Die Transport-Unternehmer warnten erneut, dass es bei einer manuellen Maut-Abwicklung zu einem Verkehrschaos kommen werde. "Vor den Tankstellen und an den Grenzen wird es dann ellenlange Staus geben", sagte BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. Der Verband schätzt, dass mindestens 400 000 Geräte eingebaut sein müssen, damit das System funktioniert. Auf den deutschen Autobahnen sind nach Schätzungen etwa 800 000 Lastwagen unterwegs.

Die Bundesregierung geht weiterhin davon aus, dass die Maut im dritten Anlauf termingerecht erhoben werden kann. "Es gibt keinen Hinweis, dass der Termin nicht gehalten wird", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Wegen der Ausfälle durch die jetzt schon bestehende Verspätung bereitet die Bundesregierung eine Klage gegen das Konsortium vor. Im Gespräch sind Forderungen von bis zu drei Mrd. ?. Die beiden Betreiber Daimlerchrysler und Deutsche Telekom weisen dies zurück.

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