Maximalförderung ist 100 000 Euro pro Arbeitslosen
KfW fördert Mittelstand bei Einstellung von Personal

Mit dem Förderprogramm "Kapital für Arbeit" will die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Initiative der Bundesregierung zur Verringerung der Arbeitslosigkeit in Deutschland unterstützen und die Eigenkapitalsituation mittelständischer Unternehmen verbessern.

Reuters FRANKFURT. Im Rahmen des Programms können mittelständische Unternehmen, die Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder geringfügig Beschäftigte einstellen, über ihre Hausbank KfW-Förderdarlehen beantragen. Bei der Einstellung muss es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit einer Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Monaten handeln. Teilzeitstellen werden bei der Höhe der Förderung zur Hälfte angerechnet.

Die erfolgreiche Beendigung der Probezeit ist keine Förderungsvoraussetzung. Dennoch wird bei der KfW nicht davon ausgegangen, dass die Unternehmen nach Erhalt der Darlehen die Mitarbeiter wieder entlassen. Dafür sei der Aufwand im Vergleich zu den Finanzierungsvorteilen durch das Programm zu hoch.

100 000 Euro Maximalförderung

Pro eingestelltem Arbeitslosen liegt die Maximalförderung bei 100 000 Euro. Die Mittel werden in zwei gleich großen Darlehenstranchen gewährt, die jeweils zehn Jahre laufen, sich in ihrer Strukturierung aber unterscheiden: Zum einen gibt es die sogenannte Fremdkapitaltranche, ein klassisches Darlehen, für das die Hausbank das Ausfallrisiko übernimmt. Die Firmen sollen die Mittel zu einem günstigen Förderkreditzinssatz erhalten. Allerdings sind bei einem hohen Ausfallrisiko Aufschläge möglich.

Die im Hinblick auf die Verbesserung der Eigenkapitalsituation wichtige zweite Tranche besteht aus einem sogenannten Nachrangdarlehen. Dieses hat am ehesten den Charakter von Eigenkapital, da die Tilgung im "Kapital für Arbeit"-Programm erst nach acht Jahren Laufzeit erfolgt. Davor müssen lediglich die Zinsen bezahlt werden.

Das Ausfallrisiko bei der Nachrangtranche liegt bei der KfW, so dass das Risiko der gesamten Förderung zwischen Haus- und Förderbank aufgeteilt wird. Das Risiko bei Nachrangtranchen ist aber insgesamt höher, da der Darlehensnehmer keine Sicherheiten stellen muss. Außerdem wird ein Nachrangdarlehen im Konkursfall erst nach Abgeltung der übrigen Kreditschulden bedient.

Unternehmensrating von hoher Bedeutung

Um sich abzusichern, fordert die KfW daher bei der Nachrangtranche eine sich an der Ausfallwahrscheinlichkeit orientierende Risikoprämie bei den Zinsen. Dabei wird die Bonitätseinstufung des Kreditnehmers (Rating) durch seine Hausbank oder eine externe Rating-Agentur wie Standard & Poors oder Moody's zu Grunde gelegt. Die KfW wird das Rating aber selbst überprüfen, bevor sie die Förderung genehmigt. Nach vorläufigen Zahlen geht die Förderbank bei einem "Ausreichend"-Rating (BB-) von einem Zinssatz von knapp unter neun Prozent aus. Dies sei aber noch preiswerter, als etwa die Bereitstellung von Kapital durch Beteiligungsunternehmen, für das im Schnitt rund 15 Prozent bezahlt werden müssten.

Keine zusätzlichen Anleihen geplant

Nach früheren Angaben der Hartz-Kommission, wird das Fördervolumen im Rahmen von "Kapital für Arbeit" pro Jahr bei rund fünf Milliarden Euro liegen. Refinanzierungsprobleme fürchtet die KfW nicht. Die Bank, deren Refinanzierungsvolumen in diesem Jahr bei rund 50 Milliarden Euro liegt, plane wegen des Programms keine zusätzlichen Bondemissionen, hieß es. Die vor der Bundestagswahl diskutierte "Job-Floater"-Anleihe werde es nicht geben.

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