Mayer-Vorfelder: „Chefsache“
DFB startet Talentförderprogramm

Der Deutsche Fußball-Bund will den Schwung aus der erfolgreichen Weltmeisterschaft nutzen und bastelt bereits an schlagkräftigen Nationalmannschaften von morgen.

HB FRANKFURT/MAIN. In dem bisher größten Talentförderprogramm sollen vom 5. August an in 390 DFB-Stützpunkten deutschlandweit 29 Koordinatoren und 1170 Trainer für die Sichtung und die individuelle Ausbildung von Talenten im Alter von 11 bis 17 Jahren sorgen. "Nachwuchsarbeit ist Chefsache. Unsere Motivation ist es, den hohen Stellenwert des deutschen Fußballs wieder herzustellen", sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer- Vorfelder am Dienstag in Frankfurt. An die Dimension des 10 Millionen Euro teuren Projekts reicht nach DFB-Angaben weltweit derzeit kein Nachwuchskonzept heran. Etwa 22 000 Kicker sollen jährlich in den Genuss einer zusätzlichen Trainingseinheit pro Woche in einem der Stützpunkte kommen. Je jünger die Spieler seien, desto größer sei auch die Möglichkeit, ihnen die nötigen technischen Fertigkeiten mitzugeben, sagte der sportliche Leiter des Projektes und ehemalige Profispieler Jörg Daniel.

Nach Aussagen Mayer-Vorfelders geht der DFB davon aus, dass etwa drei Prozent der knapp zwei Millionen Fußball spielenden Kinder und Jugendlichen besonders begabt sind. "Wir müssen dafür sorgen, dass uns ein Jahrhunderttalent nicht durch die Lappen geht", sagte der 69- Jährige. "Vielleicht landet gerade mal ein Prozent in einer Lizenz- Mannschaft. Der Großteil wird im Amateurbereich spielen, dort aber das Niveau gewaltig anheben." Im Rahmen des Projektes sollen auch die Jugendtrainer ständig weitergebildet werden. Dazu macht der DFB ein besonderes Angebot: Auf der Homepage (www.dfb.de) werden Trainer neben ganzen Übungsprogrammen auch einzelne Einheiten zum "Nachüben" bereitstellen. "Vom Engagement und Herzblut der Koordinatoren und Trainer wird der Erfolg abhängen", sagte Mayer-Vorfelder.

Das Fundament des Talentprogramms ist ein Zusammenspiel aus Junioren-Nationalteams, Schulkooperationen, Talentzentren und dem DFB-Trainerservice. Besonderes Augenmerk gelte dabei dem schwierigen Spagat zwischen Schule und Leistungssport. Dass die Schulen dazu ihren Beitrag leisten werden, bestätigten die Kultusminister der Länder laut Mayer-Vorfelder bereits im April. Große Hoffnung setzt der DFB-Präsident in die sportorientierten Schulen Ostdeutschlands, in denen vor der Wende Nationalspieler wie Bernd Schneider (Bayer 04 Leverkusen), Michael Ballack oder Jens Jeremies (beide FC Bayern München) ihre Ausbildung erhielten. Dort sei das Leistungsniveau der Vorwendezeit wieder erreicht worden. "Das lässt hoffen", meinte Mayer-Vorfelder.

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