Mazedonien befürchtet weitere Provokationen der Rebellen
KFOR-Soldaten schießen auf albanische Rebellen

afp SKOPJE/PRISTINA. In der Grenzregion zwischen Mazedonien und dem Kosovo ist es am Mittwoch erstmals zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der KFOR-Schutztruppe und albanischen Rebellen gekommen. Die Soldaten seien bedroht worden und hätten daraufhin zwei bewaffnete Rebellen durch Schüsse verletzt, teilte die KFOR in Pristina mit. Die mazedonische Regierung warnte vor weiteren «Provokationen» der Rebellen. Skopje habe «gewichtige Hinweise», dass neue Übergriffe auf eine weitere grenznahe Ortschaft in Mazedonien zu erwarten seien, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Skopje. Das Belgrader Verteidigungsministerium sagte zu der Ankündigung von NATO-Generalsekretär George Robertson, möglicherweise eine Stationierung jugoslawischer Truppen in Südserbien zu genehmigen, die Armee stehe bereit.

Die Rebellen hätten auf die Soldaten gezielt, daraufhin sei es in der Nähe des von Albanern bewohnten Dorfes Mijak im Süden des Kosovo zu einem kurzen Schusswechsel gekommen, sagte ein KFOR-Sprecher. Ein weiterer Rebelle sei festgenommen worden, ein vierter in Richtung Tanusevci geflohen. Das mazedonische Grenzdorf wird seit dem 12. Februar von einer bewaffneten Albanerorganisation namens UCK kontrolliert. Die Kämpfer liefern sich seit Ende Januar gewaltsame Auseinandersetzungen mit mazedonischen Sicherheitskräften. Am Dienstag hatte die KFOR sechs mutmaßliche albanische Rebellen festgenommen, die von Mazedonien aus ins Kosovo gelangen wollten.

Truppen evtl. in Pufferzone stationieren

Die Regierung beobachte die Bewegungen bewaffneter Albaner mit Sorge, hieß es in Skopje. Zu Robertsons Ankündigung einer möglichen Stationierung jugoslawischer Truppen in der südserbischen Pufferzone gab die mazedonische Regierung zunächst keinen Kommentar ab. Robertson hatte am Dienstag erklärt, diese Möglichkeit werde ernsthaft geprüft, um schärfer gegen die Rebellen vorgehen zu können. Eine Entscheidung solle noch in dieser Woche fallen. Die entmilitarisierte Zone war im Juni 1999 nach dem Ende des Kosovo-Krieges errichtet worden, um Zusammenstöße zwischen jugoslawischen Truppen und der NATO-geführten KFOR zu verhindern.

Die Armee sei bereit, Truppen in die Pufferzone zwischen Südserbien und der UN-kontrollierten Provinz Kosovo zu verlegen, sagte ein Armeesprecher in Belgrad. Die Einheiten warteten auf den Befehl des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica. Die Truppenverlegung könne erfolgen, sobald dies international vereinbart worden sei. Innenminister Zoran Zivkovic sagte dem Belgrader Radiosender B-92, er hoffe auf eine baldige Bestätigung seitens der NATO. Jugoslawische Truppen in der Zone seien «ein ernsthafter Schutz gegen den Einfall albanischer Terroristen in mazedonisches Gebiet».

Kostov warnt vor Destabilisierung der Region

Bulgarien kündigte an, in den nächsten Tagen mehrere Militärlastwagen «mit Minenräumgerät und Munition» nach Mazedonien zu schicken. Ministerpräsident Ivan Kostov warnte vor einer «langfristigen Destabiliserung» der Region. Eine Schwächung Mazedoniens und der Regierung sei für Bulgarien nicht akzeptabel.

Die albanischen Rebellen treten als Befreiungsarmee UCK auf, also mit demselben Kürzel, unter dem die albanische Untergrundarmee im Kosovo gegen die Serben gekämpft hatte. Nach Angaben der KFOR bewegen sich zwischen 75 und 150 albanische Rebellen in dem Gebiet. Laut NATO-Angaben haben die Rebellen Verbindungen zur selbsternannten Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB), die nur wenige Kilometer entfernt in der entmilitarisierten Zone aktiv ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%