Mazedonien und Serbien wollen albanischen Extremismus gemeinsam bekämpfen
Neue Angriffe in Mazedonien

Die mazedonische Armee hat am Donnerstag inmitten des Ringens um eine Regierung der Nationalen Einheit neue Angriffe gegen albanische Rebellen geführt.

dpa SKOPJE/PRISTINA. Im nördlichen Krisengebiet an der Grenze zum Kosovo habe das Militär von 10.00 Uhr an mit Artillerie und aus Kampfhubschraubern geschossen, sagte Armeesprecher Oberst Blagoje Markovski in Skopje. Zuvor sei dort eine weitere Gefechtspause zum Abzug der Zivilisten aus den Dörfern Vaksince und Slupcane erfolglos verstrichen.

Mazedonien und Serbien vereinbarten unterdessen, gemeinsam gegen albanischen Extremismus vorgehen zu wollen. Der mazedonische Regierungschef Ljubco Georgievski und sein serbischer Amtskollege Zoran Djindjic erklärten in Skopje, die Zusammenarbeit sei notwendig, weil auch die "Extremisten und Terroristen aus dem Kosovo, Südserbien und Mazedonien" zusammenarbeiteten. Extremistische Albaner sollten isoliert werden, damit die gemäßigten Albanerführer politische Gespräche aufnähmen. Georgijevski bezeichnete das Kosovo als Zentrum der Instabilität der Region.

Die mazedonisch-albanische Partei des demokratischen Fortschritts (PDP) hatte am Mittwoch ein Ende der Militäroffensive zur Bedingung für ein parteiübergreifendes Regierungsbündnis der Volksgruppen gemacht. Am Donnerstag herrschte in der Hauptstadt Skopje Schweigen über den Verhandlungsstand zwischen den Parteien, nachdem Ministerpräsident Ljubco Georgievski schon von einer Einigung gesprochen hatte.

44 mutmaßliche UCK-Rebellen freigelassen

Das Oberste Gericht im Kosovo hat unterdessen 44 mutmaßliche Rebellen der in Mazedonien kämpfenden albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) auf freien Fuß gesetzt. Die Verteidiger der Männer hätten vor dem Gericht mit einer Klage gegen einen verlängerten Gewahrsam durchgesetzt, teilte die UN-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) in Pristina mit.

Die Albaner waren nach den schweren Gefechten um die nordwestmazedonische Stadt Tetovo im März beim Rückzug an der Grenze im Kosovo von deutschen Soldaten in Gewahrsam genommen worden. Eine ganze Reihe der Männer war dabei noch im Besitz von Waffen und Uniformen. Gegen sie wurden aber nur Verfahren wegen illegalen Grenzübertritts und illegalen Waffenbesitzes eingeleitet.

In dem Obersten Gericht der südjugoslawischen Provinz urteilten zwei internationale und ein Richter aus dem Kosovo. Mit seiner Entscheidung setzte es ein anders lautendes Urteil des Gerichts der Stadt Prizren im Süden des Kosovo aus.

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