Mazedonische Armee und albanische Extremisten lehnen Verantwortung ab
Mindestens zwei Tote bei Granateneinschlägen im Kosovo

ap KRIVENIK/JUGOSLAWIEN. Beim Einschlag mehrerer Granaten sind am Donnerstag im Kosovo nach Angaben von NATO und UN mindestens zwei Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Die Geschosse trafen den Ort Krivenik, der nur rund einen Kilometer von der Grenze zu Mazedonien entfernt liegt, wie ein Sprecher der US-Truppen mitteilte. Bei den Toten handelt es sich nach NATO-Angaben um zwei Zivilisten; einer von ihnen war ein Reporter der Fernseh-Nachrichtenagentur APTN, der über die Arbeit der KFOR-Soldaten berichten wollte.

Der 30-jährige Reporter Kerem Lawton aus Großbritannien erlag seinen Verletzungen, die er bei dem Angriff in seinem Auto erlitten hatte. Sein Kameramann blieb unverletzt, weil er kurz vor dem Granateneinschlag das Fahrzeug verlassen hatte. Soldaten der Friedenstruppe KFOR kamen offiziellen Angaben zufolge nicht zu Schaden. Die KFOR errichtete ein Feldlazarett zur Behandlung der Verletzten.

Sowohl die mazedonische Armee als auch die gegen die Regierungstruppen kämpfenden albanischen Extremisten lehnten die Verantwortung für den Zwischenfall ab. Ein Anführer der Untergrundkämpfer, Kommandeur Sokoli, sagte, seine Leute seien militärisch nicht dazu in der Lage, von ihren Stellungen in Mazedonien aus das Dorf im Kosovo zu treffen.

Die Gefechte zwischen den mazedonischen Streitkräften und der so genannten Nationalen Befreiungsarmee (UCK) dauerten an. Die Regierungstruppen hatten ihre neue Offensive am Mittwoch begonnen. Die Regierung bezeichnete die Kämpfe als Versuch, die Extremisten aus ihren letzten Hochburgen zu vertreiben. Die Rebellen erklärten, sie hätten sich nur zurückgezogen und neu formiert und seien nicht besiegt.

Soldaten der KFOR verstärkten am Donnerstag ihre Patrouillen entlang der Grenze zu Mazedonien. Ihre Rolle beschränkt sich nach eigenen Angaben auf die Beobachtung der Kämpfe zwischen mazedonischen Regierungstruppen und albanischen Extremisten. Außerdem werde jeder Freischärler aufgegriffen, der versuche, die Grenze zu überqueren, hieß es.

Gespräche in der serbischen Pufferzone verzögern sich

Die Gespräche zwischen der serbischen Regierung und albanischen Rebellen verzögerten sich unterdessen wegen eines Streits um den Austausch von Gefangenen. Ein Sprecher der serbischen Regierung erklärte, die Gespräche könnten erst beginnen, wenn vier serbische Zivilisten und zwei jugoslawische Soldaten freigelassen würden, die kürzlich von Albanern entführt worden seien. Die Rebellen sagten dagegen, sie wollten erst zu dem Treffen erscheinen, wenn drei von der serbischen Polizei festgenommene Albaner auf freien Fuß gesetzt würden.

Mit den Gesprächen, die eigentlich am Donnerstag beginnen sollten, wollten beide Seiten die Spannungen in der Pufferzone zwischen Serbien und der Provinz Kosovo abbauen. Der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic sagte, die Forderung der Albaner würden nicht erfüllt.

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