MB-Software verloren 62,86 Prozent
Hoffnungslosigkeit am Neuen Markt

Am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse ist es nach den Kursgewinnen vom Vortag zum Wochenausklang erneut bergab gegangen. "Es geht weiter Richtung 1 000. Der Donnerstag war eine Ausnahme", sagte ein Händler. Der Nemax 50 verlor 4,27 Prozent auf 1 118 Punkte, nachdem er zuvor ein neues Jahrestief bei 1 094 Punkten markiert hatte. Der Nemax-All-Share gab 3,46 Prozent auf 1 186 Zähler nach.

dpa FRANKFURT/M. "Weit und breit keine Käufer in Sicht", kommentierte ein Marktteilnehmer das Geschehen. Die Kursausschläge seien deshalb so hoch, weil sich nur noch wenig Liquidität im Markt befinde. Es herrsche "extreme Nervosität".

Wenig begeistert zeigten sich Händler vom neuen Regelwerk, mit dem die Deutsche Börse den Neuen Markt ausmisten will. "Ich hätte mehr erwartet", sagte ein Händler. "Die neuen Regeln greifen frühestens im April", sagte ein weiterer Marktteilnehmer. "Das heißt aber noch lange nicht, dass es dann auch bessere Kurse gibt", sagte ein anderer Händler. "Ich kaufe doch nicht wegen irgendeiner neuen Regel eine Aktie, sondern weil mir ein Unternehmen gefällt."

Auch am Freitag gab es eine weitere Unternehmenspleite zu vermelden: Nachdem MB-Software am Vormittag mitgeteilt hatte, einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt zu haben, wurde die Aktie zeitweise vom Handel ausgesetzt. MB Software verloren 61,43 Prozent auf 0,27 Euro. Ebenfalls vom Handel ausgesetzt wurden Softing . Das auf Steuerungs- und Kommunikationstechnik spezialisierte Unternehmen hatte zuvor die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Softing verloren 26,89 Prozent auf 1,55 Euro.

An die Spitze der Verliererliste im Nemax 50 setzte sich die Aktie der ACG AG für Chipkarten und Informationssysteme. Der Chiphändler hatte am Donnerstag nach Handelsschluss mitgeteilt, dass Vorstandschef Peter Bohn mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegt. ACG verloren 22,28 Prozent auf 7,15 Euro. "Ob er zurückgetreten ist oder zurückgetreten wurde, das kommt nicht so ganz raus", sagte ein Händler. "Es könnte sein, dass es noch negative Hintergründe dazu gibt."

T-Online verloren bei hohem Umsatz 5,59 Prozent auf 7,60 Euro. "Man sagt, im Vergleich zu Lycos Europe seien T-Online teuer. Und weil Lycos Europe nicht steigen, verlieren T-Online", erklärte ein Händler. Am Morgen habe noch eine große Kauforder die Aktie auf Kurs gehalten, so dass die vom Wettbewerber AOL angebotene Flatrate noch nicht in den Kurs eingearbeitet werden konnte, sagte ein anderer. "Der Kurs fällt seither wie ein Stein."

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