McCain Vize-Kandidatin offenbart Wissenslücken
Palin verpatzt Interview – Demokraten frohlocken

Sarah Palin sorgt erneut für Aufregung und Verwirrung. Als Ersatzfrau für John McCain könnte sie sehr schnell selbst auf den Spitzenposten aufrücken. Doch was die republikanische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt mit dem Spitznamen „Barracuda“ jetzt in einem Interview von sich gab, lässt arge Zweifel aufkommen an ihrer Qualifikation.

HB WASHINGTON. Es war das erste Mal, dass Sarah Palin ausführlich Einblick in ihre politischen Vorstellungen gab. In einem Fernsehinterview mit dem US-Sender ABC nahm die bisherige Gouverneurin von Alaska mit dem vielsagenden Spitznamen „Barracuda“ endlich Stellung zu wichtigen Themen. Das Interview war von großer Bedeutung für die Republikaner, die Erwartungen hoch. Die zentrale Frage lautete: Kann Palin überzeugen?

Bisher hatten McCains Strategen der Gouverneurin nur Kurzauftritte gestattet, obwohl es immer mehr Fragen nach ihrer Qualifikation gab, ihrer Ehrlichkeit, ihren erzkonservativen Ansichten und ihrem professionellen Hintergrund.

Umso größer war die Hoffnung, dass Palin alle Zweifel mit ihrem ersten Fernsehauftritt wegwischen würde. Doch was tat Palin? Sie widmete sich ausgrechnet McCains Steckenpferd: der Außenpolitik. Sie präsentierte sich als außenpolitischer Falke - mit radikalen Aussagen, aber auch großen Wissenslücken. Sie würde einen Militärschlag Israels gegen den Iran unterstützen, sollte die israelische Regierung ihn für nötig halten, sagte Palin. „Wir können nicht die Schritte infrage stellen, die Israel für notwendig erachtet, sich selbst zu schützen.“

Auch befürworte sie einen präventiven Erstschlag gegen ein anderes Land, sollten die USA unmittelbar bedroht sein. Der russische Einmarsch nach Georgien war ihrer Ansicht nach „unprovoziert“.

Die Töne waren harsch. Doch damit konnte die Republikanerin nicht verbergen, dass außenpolitische Fragen nicht zu ihrem Spezialgebiet gehören. Für die Republikaner ist das ein Problem. Denn gerade in diesem Bereich unterstellen sie Barack Obama regelmäßig Unerfahrenheit und Naivität.

Auch Fehler musste Palin einräumen. Eine frühere Äußerung zum Irakkrieg zum Beispiel, in der sie den Krieg als „Aufgabe Gottes“ bezeichnet hatte, relativierte sie. Sie habe sich damit auf einen Ausspruch des Bürgerkriegspräsidenten Abraham Lincoln bezogen. „Ich weiß nicht, ob es eine Aufgabe Gottes ist“, sagte sie nun. Palins Sohn zog am Donnerstag als Soldat in den Irak. Kritik übte Palin an der bisherigen Anti-Terror-Politik von US-Präsident George W. Bush. Zwar unterstütze die seinen Kurs, „die Welt von Extremisten zu befreien. Doch habe es auf dem Weg „Fehlleistungen“ gegeben, sagte die Gouverneurin.

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